Technik aus Dachau für Liebling der Queen

- Dachau - Auf gut 130 Jahre Geschichte blickt die elektrotechnische Industrie in Deutschland zurück. Aus dem einst jungen Führungssektor der Industrialisierungsphase wurde die so genannte Old Economy, sagt der Vorstandsvorsitzende der Neuberger Anlagen-Technik GmbH (NAT), Karl Lorenz, mit einem Lächeln auf den Lippen. Und bricht für seine Branche eine Lanze: "Old Economy heißt nicht, dass wir alt geworden sind." Eine geistig unbewegliche Geschäftsführung wäre angesichts der harten Konkurrenz auch fatal.

<P>Die NAT, die komplexe Netzwerktechnik sowie Gebäudeautomatisierungen anbietet, berichtet seit der Firmengründung 1993 offen über Geschäftszahlen. Transparenz heißt das Zauberwort, nur so ließen sich in diesen Tagen Menschen davon überzeugen, ein Produkt zu kaufen, versichert der Dachauer Unternehmer. Große Autofirmen, Banken, Versicherungen, öffentliche und kommunale Einrichtungen, wie Klärwerke oder Krankenhäuser, aber auch die Arbeit an kleineren Bürokomplexen wickelte NAT in seiner zehnjährigen Firmengeschichte ab. </P><P>Die rasante Erfolgsgeschichte der NAT zeige, so Lorenz, dass trotz der Kassandrarufe aus allen Ecken der Republik auch im Bereich der etablierten Industriezweige fruchtbare Neugründungen in Deutschland möglich sind - "zumindest noch vor zehn Jahren". Zwischen Weihnachten und Neujahr 1993 gründeten Karl Lorenz und sein heutiger Vorstandskollege Leonhard Meiler die NAT, mittlerweile beschäftigt das Dachauer Unternehmen fast 300 Mitarbeiter an sieben Standorten. NAT entstand aus den Trümmern der insolventen Firma Velte Electric sowie aus Teilen der Münchner Niederlassung der Neuberger Schaltanlagen GmbH. Lorenz und Meiler übernahmen Teile der süddeutschen Standorte der Velte Electric in München, Dingolfing und Ingolstadt. Schon nach zwei Monaten hatten sie 70 Arbeitnehmer eingestellt - der Beginn einer andauernden Erfolgsstory.</P><P>Im Jahr 2000 verließ die NAT erstmals den süddeutschen Raum. In Oxford (England) war das Elektrotechnik-Unternehmen am Aufbau der Produktionsanlagen für den neuen Mini von BMW beteiligt. Zeitgleich wurde im ungarischen Györ eine Dependance gegründet, um einen Auftrag für das dortige Audi-Werk abwickeln zu können. Mit positiven Geschäftszahlen im Rücken führte NAT im gleichen Jahr eine betriebliche Altersversorgung ein.</P><P>Einen "Quantensprung in jeder Hinsicht" erfuhr das Unternehmen laut Lorenz allerdings erst, als es Ende 2001 von Rolls-Royce den Auftrag erhielt, im britischen Goodwood die gesamte Elektrotechnik allein verantwortlich zu planen und zu installieren. In Rekordzeit von nicht einmal einem Jahr waren allen Arbeiten abgeschlossen. Voller Zuversicht ist Lorenz, was die wirtschaftliche Zukunft seines Unternehmens angeht. Die Konjunktur in Deutschland werde bald anspringen, ist sich der Chef sicher, "wenn endlich aus der Politik positive Signale kommen".<BR></P>

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