Wirtschaft schlägt Alarm

137 000 Techniker, IT-Experten und Mathematiker fehlen

Berlin - Den Unternehmen in Deutschland fehlen derzeit laut einer Studie mehr als 137 000 Arbeitskräfte mit technischem, IT-, naturwissenschaftlichem oder mathematischem Abschluss.

Dies sei der höchste Stand seit Dezember 2012, wie aus einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht.

IW-Direktor Michael Hüther warf der großen Koalition vor, mit der abschlagsfreien Rente mit 63 die Zahl älterer Facharbeiter ausgedünnt zu haben. Das verschärfe die Fachkräfteengpässe in den Unternehmen.

Unter dem Strich gebe es aber eine positive Entwicklung auf dem MINT-Arbeitsmarkt. Dieser Bereich umfasst Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Nach den jüngsten Zahlen vom dritten Quartal 2014 gingen 6,5 Millionen Beschäftigte einem solchen Beruf nach - 3,2 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Viele dieser Beschäftigten kommen aus anderen Ländern. „Unter den Drittstaaten ragt Indien mit einem MINT-Beschäftigungswachstum von rund 32 Prozent heraus“, sagte Hüther.

Thomas Sattelberger, Chef der Arbeitgeber-Initiative „MINT Zukunft schaffen“, forderte eindringlich bessere Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für Flüchtlinge in Deutschland. „Die Beschäftigungspotenziale der Asylbewerber und sogenannter Geduldeter sind ein Schlüsselthema.“

Alarm mit Blick auf die kommenden Jahre schlug die Metall- und Elektroindustrie. „Wenn man Ersatz- und Expansionsbedarf zusammennimmt, haben wir in Deutschland insgesamt ein Defizit von etwa 1,3 Millionen MINT-Fachkräften mit Berufsausbildung zum Ende des Jahrzehnts zu erwarten“, warnte der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Michael Stahl.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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