+
Luftreinhaltung

„Das kann ja kaum jemand wollen“

Technische Dieselnachrüstungen? Autobranche bleibt beim „Nein“

Die deutsche Autobranche steht nach diversen Dieselskandalen unter Druck. Technische Nachrüstungen der Autos lehnt sie trotzdem ab - mit einem bemerkenswerten Argument.

Berlin - In der Debatte um Dieselabgase und Fahrverbote lehnt die deutsche Autobranche technische Nachrüstungen an Dieselautos für eine bessere Abgasreinigung weiter ab. Die bereits laufenden Updates der Motorsoftware führten nicht dazu, dass die Autos mehr Kraftstoff verbrauchten, sagte der Präsident des Branchenverbands VDA, Bernhard Mattes, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Hardware-Nachrüstungen hingegen würden Verbrauch und CO2-Ausstoß erhöhen. Das kann ja kaum jemand wollen.“ Zudem würde es zwei bis drei Jahre dauern, bis die Motoren umgebaut werden könnten, da Entwicklung und Erprobung Zeit bräuchten.

Lesen Sie auch: Merkel „erstaunt“ über gestiegene Gehälter von VW-Managern

Umweltschützer, aber auch Teile der Bundesregierung halten technische Nachrüstungen an Dieselautos für notwendig, um Fahrverbote in manchen Städten zu vermeiden. Anders ließen sich die EU-Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide nicht schnell genug einhalten, so das Argument. Sollten Fahrverbote kommen, könne die Branche mit den Hardware-Updates Fahrer älterer Diesel davor schützen, nicht mehr in bestimmten Straßen oder Stadtteilen fahren zu dürfen.

Gutachten gibt es bereits - veröffentlicht sind sie noch nicht

Mehrere Gutachten zu technischen Nachrüstungen liegen beim Bund vor, sind aber noch nicht veröffentlicht. Bundesumweltministerin Svenja Schulze dringt auf einen baldigen Diesel-Gipfel von Politik und Branche, um über verpflichtende Nachrüstungen zu sprechen.

Die Branche wisse um ihre Verantwortung, sagte Mattes und verwies auf 250 Millionen Euro, die BMW, Daimler und Volkswagen in einen Fonds „Nachhaltige Mobilität für die Stadt“ zahlten. Wenn der Anteil moderner Diesel steige, dann werde auch die Luft „deutlich sauberer“, sagte er der FAZ.

Lesen Sie auch: Irre: Dieser Discounter verkauft künftig sogar BMWs - vor allem Diesel

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Einzelhandel: Schlechte Stimmung in den Innenstädten
Der heiße Sommer und der Online-Handel machen den Geschäften in den Einkaufsstraßen der Innenstädte zu schaffen. Die Hälfte der Händler klagt nach Angaben des …
Einzelhandel: Schlechte Stimmung in den Innenstädten
Immer weniger Privatpleiten in Deutschland
Hamburg (dpa) - Private Insolvenzen werden in Deutschland immer seltener. Im ersten Halbjahr mussten nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel 42.846 Verbraucher …
Immer weniger Privatpleiten in Deutschland
Hitzeschäden bei Tom Tailor: Umsatz- und Gewinnwarnung
Der heiße Sommer hat im Textil-Einzelhandel eine verheerende Schneise geschlagen. Nach Zalando und Gerry Weber muss auch Tom Tailor seine Prognosen nach unten …
Hitzeschäden bei Tom Tailor: Umsatz- und Gewinnwarnung
Messe "Kind+Jugend" in Köln gestartet
Die "Kind+Jugend" wächst und wächst. In diesem Jahr rückt die internationale Messe neben der Sicherheit der Kleinsten auch die digitalen Helfer in den Mittelpunkt. Ein …
Messe "Kind+Jugend" in Köln gestartet

Kommentare