Tegernseer Tal im Dornröschenschlaf

- München - Das Tegernseer Tal bleibt für Immobilienkäufer teuer, aber die Gemeinden Rottach-Egern, Bad Wiessee, Tegernsee und Gmund haben gerade beim jüngeren Publikum an Glanz verloren. "Die Erben und jungen Leute interessiert der Tegernsee nicht, sie zieht es weiter nach Süden", kommentiert Dieter Wiegand, Immobilienabteilungsleiter der Raiffeisenbank Gmund.

<P>Die Preise für Häuser sind in den beiden letzten Jahren zurückgegangen; Wiegand schätzt, im Durchschnitt um 10 bis 15 Prozent. Giusepina Kloiber von Feger-Immobilien in Tegernsee spricht bei Altbauten von "gedrückten Preisen", während sich Neubauten nach wie vor teuer verkaufen ließen. Katrin Steinke und Josef Mairoth von der HVB Expertise sehen den Markt für stabil an. </P><P>Die Preise für vergleichbare Objekte wie Eigentumswohnungen, Reihen- oder Doppelhäuser liegen bis zu 20 Prozent auseinander. Einfamilienhäuser können von der Untergrenze 0,5 Millionen Euro schnell auf eine oder 1,5 Millionen Euro steigen, je nach Lage und Ausstattung. Das Problem am Immobilienmarkt sind die 30 bis 40 Jahre alten Luxushäuser, die zu Wirtschaftswunderzeiten als Refugium oder Alterssitz erstellt wurden und nun verkauft werden sollen. Wenn die Eigentümer ins Altersheim ziehen, dann sind die Häuser nur unter beträchtlichen Preisabschlägen zu verkaufen. Da kann es schon vorkommen, dass ein solches Objekt in Tegernsee mit 1600 Quadratmetern Grund in wenigen Wochen von 1,95 Millionen Euro auf 1,6 Millionen Euro zusammensinkt. </P><P>Wenn dann noch Verkaufsdruck dazu kommt, können Käufer mit beträchtlichen Preisabschlägen rechnen. Die Preise werden im nächsten Jahr nicht steigen, da sind sich die befragten Immobilienmakler und Kreditinstitute einig. Sie könnten für Altobjekte weiter sinken, wenn das Image des Tegernseer Tals sich nicht ändert.</P><P>Die reizvolle Landschaft und der hohe Freizeitwert geben aber die Hoffnung, dass die Talgemeinden wieder aus dem "Dornröschenschlaf erwachen", wie Wiegand formuliert. Das Angebot kann nicht wesentlich ausgeweitet werden, weil es kaum noch bebaubare Grundstücke gibt. Wenn die Altobjekte verkauft sind, kann es wieder aufwärts gehen. <BR><BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Daimler-Chef Zetsche soll Aufsichtsratschef bei Tui werden
Seit mehr als elf Jahren steht der 64-jährige Dieter Zetsche bei Daimler an der Spitze - ab Okotber 2018 soll er zu dem Reisekonzern Tui wechseln.
Daimler-Chef Zetsche soll Aufsichtsratschef bei Tui werden
Ryanair-Piloten wollen streiken - Airline lehnt Gespräche ab
Beim Billigflieger Ryanair revoltieren die Piloten gegen schlechte Arbeitsbedingungen. Die passagierstärkste Airline Europas lehnt bislang Verhandlungen …
Ryanair-Piloten wollen streiken - Airline lehnt Gespräche ab
Ausfälle und Pannen: Fiasko beim Fahrplanwechsel der Bahn
Die Feierlaune war rasch verraucht: 200 Ehrengäste steckten bereits auf der Rückfahrt von der Eröffnungssause für die neue Schnellbahn im ICE zwischen Berlin und München …
Ausfälle und Pannen: Fiasko beim Fahrplanwechsel der Bahn
Österreicher will 20 Millionen Euro von Schlecker-Familie
Die Pleite der Drogeriemarktkette Schlecker zieht immer noch Kreise. In Österreich stehen die Kinder und die Ehefrau von Anton Schlecker in einem Zivilprozess vor …
Österreicher will 20 Millionen Euro von Schlecker-Familie

Kommentare