+
Teldafax-Sitz in Troisdorf bei Bonn. Der Billigstromanbieter hatte 2011 Insolvenz angemeldet. Foto: Oliver Berg

Teldafax-Manager übernimmt Verantwortung für Pleite

Bonn (dpa) - Im Teldafax-Strafprozess hat einer der drei Angeklagten Verantwortung für die Pleite des Billigstrom-Anbieters mit Hunderttausenden von Geschädigten übernommen. Es sei richtig, dass zunächst kein Insolvenzantrag eingereicht und die Buchführung seit dem Herbst 2010 nicht mehr ordnungsgemäß geführt wurde.

"Hierfür übernehme ich die Verantwortung", sagte der letzte Vorstandschef des Unternehmens, Gernot Koch, vor dem Bonner Landgericht.

Dort muss sich der Manager neben seinen Ex-Vorstandskollegen Klaus Bath und Michael Josten wegen des Vorwurfs der Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrotthandlungen verantworten. Bath und Josten wollten sich dazu zunächst nicht äußern.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft war Telefax bereits 2009 insolvenzreif. Der Energiediscounter hatte aber erst zwei Jahre später einen entsprechenden Antrag eingereicht.

Mehr als 500 000 Kunden wurden nach Einschätzung des Insolvenzverwalters geschädigt, weil sie dem Unternehmen Vorauszahlungen für die Lieferung des vermeintlich günstigen Stroms geleistet hatten. Ob sie jemals ihr Geld wiedersehen, ist ungewiss.

Das Gericht hatte Koch vor dem Prozess in Aussicht gestellt, bei einem glaubhaften Geständnis mit einer Bewährungsstrafe davon zu kommen. Er wolle mit seiner Aussage zur Aufklärung beitragen, beteuerte dieser. Er sei sich bis heute nicht sicher, ob eine Pflicht zur Einreichung eines Insolvenzantrages bestanden habe. Als Technikvorstand habe er sich auf die Einschätzungen von Experten und seines Finanzvorstandes verlassen.

Zum Untreue-Vorwurf sagte Koch lediglich: "Es tut mir leid, dass Kunden geschädigt wurden und Mitarbeiter des Unternehmens ihren Arbeitsplatz verloren haben." In vielen Details schilderte er dann die damalige Lage und wie es dazu kommen konnte, dass Teldafax am Ende auf dem Energiemarkt nicht überlebte. Ein Grund dürfte den Schilderungen zufolge die Schwierigkeit gewesen sein, den riesigen Kundenansturm zu bewältigen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW glaubt an Elektro-Durchbruch in den USA -
Die USA sind eher ein Land der Spritschlucker und dicken Geländewagen - bisher. VW setzt aber darauf, dass sich die Kunden mehr in Richtung E-Auto orientieren. Die …
VW glaubt an Elektro-Durchbruch in den USA -
Schwächelnder Euro hievt Dax wieder ins Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Kursverluste des Euro haben den Dax am Dienstag wieder gestützt. Der deutsche Leitindex rückte um 0,35 Prozent auf 13 246,33 Punkte vor und machte …
Schwächelnder Euro hievt Dax wieder ins Plus
Furcht vor Regulierung: Bitcoin-Kurs bricht ein
Mitte Dezember steigt die Kryptowährung nach einem rasanten Höhenflug zeitweise bis auf die Marke von 20.000 Dollar - seither verliert sie deutlich an Wert. Denn es gibt …
Furcht vor Regulierung: Bitcoin-Kurs bricht ein
Streikbereite IG Metall schlägt Arbeitszeitkonten vor
Die IG Metall gibt sich streikbereit. Mit vollen Kassen könne man jeden Streik in der Metall- und Elektroindustrie durchhalten. Doch Gewerkschaftschef Jörg Hofmann …
Streikbereite IG Metall schlägt Arbeitszeitkonten vor

Kommentare