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Telefonaktion: Beim Aktien-Geschäft ist Geduld gefragt

München - Wie lege ich mein Geld am besten an? Was bringt die Abgeltungssteuer? Wie geht es an den Börsen weiter? Rat wussten die Experten des Bundesverbandes deutscher Banken, Markus Gröbel, Carsten Hof und Bernhard Weiß, bei unserer Telefonaktion in der vergangenen Woche. Hier eine Auswahl der interessantesten Fragen und Antworten:

Wir haben in den vergangenen Jahren verschiedene deutsche und internationale Aktien gekauft. Die Krise an den Finanzmärkten verunsichert uns. Sollen wir die Aktien lieber wieder vekaufen?

Für eine Aktienanlage braucht man Geduld. Es macht wenig Sinn, jetzt zu den gesunkenen Kursen zu verkaufen. Viele Unternehmen verfügen über solide Ertragsperspektiven. Sie sollten freilich nur Geld in Aktien investieren, das langfristig zur Verfügung steht, um schlechte Börsenzeiten durchstehen zu können.

Wie hoch ist der Sparer-Freibetrag?

Er beträgt 750 Euro zuzüglich einem Werbungskosten-Pauschbetrag in Höhe von 51 Euro. Bis zu dieser Höhe kann also jeder steuerfrei Zinsen einnehmen. Dividenden werden aufgrund des noch geltenden Halbeinkünfteverfahrens nur zur Hälfte angerechnet ­ die andere Hälfte ist grundsätzlich steuerfrei.

Bleibt der Sparer-Freibetrag, wenn die Abgeltungssteuer kommt?

Ja, Sparer-Freibetrag und Werbungskosten-Pauschbetrag werden ab 1. Januar 2009 zum sogenannten Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro zusammengefasst. Im Gegensatz zur derzeitigen Regelung werden Dividenden dann voll auf den Sparer-Pauschbetrag angerechnet. Das bisherige Halbeinkünfteverfahren für Aktien entfällt. Da ab 2009 auch Kursgewinne generell steuerpflichtig sind, können diese künftig ebenfalls auf den Sparer-Pauschbetrag angerechnet werden.

Steht auch Kindern der Sparer-Freibetrag zu?

Ja, und zwar in voller Höhe. Wenn Kinder kein eigenes Einkommen haben, können auch über die 801 Euro hinaus weitere Kapitalerträge steuerfrei bleiben.

Ich bin 83 Jahre und erhalte aus einem Hausverkauf 250 000 Euro. Wie soll ich das Geld anlegen?

Das hängt von Ihrer Risikoneigung und von Ihren Anlagezielen ab. Eine interessante Möglichkeit, bei der Sie regelmäßig Auszahlungen erhalten und weiterhin flexibel über Ihr Geld verfügen können, ist ein Fondsauszahlplan. Er kann nach Ihren persönlichen Vorstellungen gestaltet werden, mit oder ohne Kapitalverzehr.

Kann ich meinen Kindern steuerfrei ein größeres Wertpapierdepot vermachen?

Die Schenkung von Kapitalvermögen an Kinder ist bis zu einem Betrag von 205 000 Euro schenkungssteuerfrei. Dieser Betrag gilt pro Kind und kann jeweils nach Ablauf von zehn Jahren erneut in Anspruch genommen werden. Allerdings wird eine Vermögensübertragung innerhalb der Familie nur anerkannt, wenn sie den bürgerlich-rechtlichen Vorschriften entspricht. Das heißt, Eltern können nicht mehr ohne Weiteres auf Kapital und Zinsen für eigene Zwecke zurückgreifen, sobald sie ein Konto oder Depot auf den Namen eines Kindes einrichten. Ansonsten werden Ihnen die Zinsen selbst zugerechnet.

Ich habe eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung), gültig bis Ende 2009. Muss ich trotzdem Abgeltungssteuer zahlen?

Nein, die NV-Bescheinigung gilt auch für die Abgeltungssteuer. Denken Sie im nächsten Jahr rechtzeitig daran, eine neue zu beantragen. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen Steuerberater.

Wie hoch ist die Abgeltungssteuer, wenn ich im Jahr über den Sparer-Freibetrag hinaus weitere 10 000 Euro Zinsen bekomme?

Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Das sind dann in etwa 2700 bis 2800 Euro.

Muss ich Abgeltungssteuer zahlen, wenn der Sparer-Freibetrag nicht ausgeschöpft wurde?

Nein. Vergessen Sie aber nicht Ihren Freistellungsauftrag. -Muss ich mit Einführung der Abgeltungssteuer neue Freistellungsaufträge stellen? Nein, die bisherigen bleiben weiterhin gültig.

Demnächst wird meine Lebensversicherung über 200 000 Euro fällig. Soll ich das Geld in einen Aktienfonds anlegen?

Legen Sie Ihr Geld nicht einseitig an. Sorgen Sie für eine vernünftige Vermögensstruktur. Für einen Teil des Geldes sind Aktienfonds geeignet. Einen größeren Geldbetrag legt man besser nicht in einen, sondern in verschiedene Aktienfonds an.

Ich habe mein Erspartes überwiegend in Technologiefonds angelegt. Soll ich einen Teil verkaufen?

Ja, achten Sie auf eine ausgewogenere Streuung Ihrer Geldanlagen. Als Beimischung sind Technologiefonds geeignet. Der Schwerpunkt sollte jedoch auf breiter streuenden Aktienfonds liegen.

Sollen wir jetzt Aktien kaufen oder noch abwarten?

Wenn Sie ohnehin vorhaben in Aktien zu investieren, dann sollten Sie es noch in diesem Jahr tun. Denn mit Einführung der Abgeltungssteuer 2009 werden Kursgewinne grundsätzlich steuerpflichtig. Nur "Altbestände" bleiben davon verschont. Bei allen Aktien, die Sie bis Ende 2008 kaufen, können Sie deshalb auch in späteren Jahren bei einem Verkauf Kursgewinne steuerfrei einnehmen. Vorraussetzung ist, dass Sie die Spekulationsfrist von einem Jahr einhalten. Das gleich gilt auch für Investmentfonds.

Ich habe 200 000 Euro auf einem Tagesgeldkonto bei einer privaten Bank. Ist mein Geld dort sicher?

Wenn die Bank dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angehört, ist Ihr Geld in voller Höhe abgesichert. Ist das nicht der Fall, schützt Sie die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH nur bis zu 20 000 Euro. Dieser Betrag gilt pro Einleger.

Wo sollen wir den Schwerpunkt bei einer Aktienanlage setzen?

Ratsam sind europäische und deutsche Standardwerte. Hier scheint das Chance-Risiko-Verhältnis derzeit am besten. Für eine angemessene Streuung sind aber wenigstens etwa zehn Werte aus verschiedene Branchen notwendig. Wenn der anzulegende Betrag dafür zu klein ist, sind Aktienfonds einzelnen Aktien vorzuziehen.

Sind Aktienfonds geeignet, wenn ich kein Risiko eingehen möchte?

Nein, Aktienfonds unterliegen stärkeren Kursschwankungen. Wenn Sie eine sichere Anlage wollen, dann liegen Sie mit einer festverzinslichen Anlage richtig.

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