Telefonische Weihnachtsgrüsse: Sparen mit Billigvorwahlen

- Über Weihnachten laufen in Deutschland die Telefone heiß. Selten wird so viel geratscht wie an den Festtagen. Wer dabei eine Billignummer vorwählen kann, kommt wesentlich günstiger weg.

So genau wollen es die Kommunikationsfirmen nicht rauslassen. Aber unter der Hand lassen manche Vertreter durchblicken, dass Weihnachten auch für die Telekom-Branche eine schöne Zeit ist. "Es wird ordentlich telefoniert, wenn die Privatkunden an Heiligabend und den Feiertagen ihre Verwandten und Bekannten durchrufen", sagt einer. Sprich: Da fließt ordentlich Geld in die Kasse.

Was noch immer nicht alle Verbraucher wissen: Sie zahlen oft deutlich mehr als sie müssten. Denn jeder, der einen Telefonanschluss von der Deutschen Telekom besitzt - und das sind noch immer mehrere Millionen Haushalte ­, kann die Gesprächskosten um teilweise über die Hälfte drücken. Der Anrufer muss dazu nur vor der Telefonnummer die Vorwahl eines sogenannten Call-by-Call-Anbieters eingeben, der das Gespräch zu niedrigeren Minutenpreisen möglich macht. Das lohnt sich gerade an Weihnachten.

Die meist fünfstelligen Sparvorwahlen gibt es für Inlands- und Auslandsgespräche im Festnetz oder für Anrufe auf in Deutschland gemeldete Mobiltelefone. Eingeführt wurden sie von Firmen wie Tele2, Arcor oder Telegate, nachdem die Bundesregierung vor zehn Jahren das staatliche Telefon-Monopol der Bundespost geknackt hatte. In der Tabelle links haben wir für unsere Leser einer Reihe günstiger Nummern zusammengetragen. Anrufe werden über die Telekom-Rechnung abgegolten.

Besonders lohnen sich die Vorwahlen bei längeren Gesprächen ins Ausland. Wer etwa in die USA telefoniert, zahlt mit der 01074 derzeit 1,0 Cent pro Minute. Im Rahmen des Telekom-Standardtarifs Call Plus werden 12,6 Cent fällig. Nach einer Viertelstunde beträgt der Preisunterschied somit 1,74 Euro. Deutlich krasser ist das Gefälle bei exotischeren Ländern: So kostet ein Anruf nach Thailand mit der 01054 nur 1,68 Cent je Minute; die Telekom verlangt 1,58 Euro. Nach 15 Minuten klafft die Gebührenschere um über 20 Euro auseinander.

Auch bei Telefonaten vom Festnetz auf ein deutsches Handy lohnt es sich, fünf Ziffern mehr zu tippen. Wer über die Telekom geht, zahlt in die Netze von T-Mobile, Vodafone, E-Plus oder O2 über 20 Cent. Mit der 01052 kostet es lediglich die Hälfte. Das Sparpotenzial nach 15 Minuten: Immerhin rund 1,50 Euro.

Ein Problem mit den Call-by-Call-Anbietern sind allerdings häufig wechselnde Preise. Dahinter steckt die Strategie, Kunden erst mit Niedrigpreisen zu locken und - wenn sie sich an die Nummer gewöhnt haben - mit höheren Preisen abzukassieren. Doch dagegen können sich die Verbraucher schützen: "Man nimmt nur Anbieter mit vorgeschalteter Tarifansage", sagt Bettina Seute vom Vergleichsservice Teltarif.de. In den Tabellen links sind solche Nummern mit einem Sternchen gekennzeichnet.

Wer nicht Festnetzkunde der Telekom ist, sondern einen Anschluss bei Arcor oder M-Net besitzt, kann die Vorwahlen nicht nutzen. Er telefoniert ausschließlich zu den Konditionen seines Anbieters. Die liegen meist unter den Standardtarifen der Telekom, aber auch über den Minutenpreisen vieler Billigvorwahlen. Allerdings können Kunden gegen einen Aufpreis Zusatzoptionen buchen, die ihnen niedrigere Tarife bei Telefonaten ins Ausland oder in Mobilfunknetze sichern. Nur um die Weihnachtsgrüße durchzugeben, lohnt sich das aber meist nicht.

Telefontabellen

Leser unserer Zeitung finden in jeder Ausgabe auf der Seite "Geld & Markt" eine Tabelle mit günstigen Telefonvorwahlen. Jeweils am Freitag sind neben den Nummern für Inlandsgespräche auch solche für Anrufe im Ausland abgedruckt. Dabei sollten immer möglichst aktuelle Tabellen verwendet werden, da sich die Konditionen rasch ändern. Zu empfehlen sind aus dem selben Grund Anbieter mit Tarifansage.

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