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Eigentlich wollte die Telekom schon Anfang 2011 mit dem digitalen Brief loslegen.

Telekom bringt digitalen Brief bald auf den Markt

Bonn - Die Deutsche Telekom kommt mit ihrem digitalen Brief voran. Wie ein Unternehmenssprecher mitteilte, soll das Konkurrenzprodukt  zum E-Postbrief der Post im Frühjahr an den Start gehen.

Wenn alles planmäßig laufe, werde man die De-Mail im Frühjahr 2012 auf den Markt bringen, sagte Telekom-Projektleiter Jens Mayer der “Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Montagausgabe). Das Unternehmen macht damit der Post mit ihrem E-Postbrief Konkurrenz, weitere De-Mail-Projekte betreiben United Internet und Francotyp Postalia. “Das Interesse ist groß, sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatkunden“, sagte Mayer. Rund 1,3 Millionen Anfragen hätten allein die Telekom und United Internet registriert.

Die Telekom hatte Anfang dieses Jahres loslegen wollen, doch das Bürgerportalgesetz verzögerte sich. Es kam zu monatelangen Verspätungen, bis die Systemanforderungen feststanden und die Provider ihre Akkreditierung beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beantragen konnten. Das hat der Deutschen Post einen zeitlichen Vorsprung verschafft: Sie hatte ihren E-Postbrief Mitte 2010 freigeschaltet, ohne die Gesetzgebung abzuwarten. Mehr als 100 Großunternehmen, 3 000 Mittelständler und mehr als eine Million Privatkunden hätten sich für den E-Postbrief angemeldet, zitiert die Zeitung einen Post-Sprecher.

Billiger als der E-Postbrief

Welche Preise die Versender an die Telekom zahlen müssen, steht nicht fest. Die Post verlangt für einen E-Postbrief mit 55 Cent ebenso viel wie für einen Standardbrief. “Unser Preis wird auf jeden Fall ein gutes Stück darunter liegen“, sagte Mayer. Bezahlt werden könne über die Telefonrechnung, die Telekom werde aber auch andere Möglichkeiten anbieten. Die Anmeldung ist wie bei der Post kostenlos, zudem sollen Privatkunden “mindestens in der Einführungsphase“ ein Freikontingent samt ausreichend Speicherplatz bekommen.

Für Geschäftskunden will die Telekom Mayer zufolge das De-Mail-Angebot mit Druck- und Versandleistungen kombinieren. Dabei geht sie anders vor als die Post, die Kunden anbietet, elektronische Post für Offline-Kunden auszudrucken und konventionell zuzustellen. Einen solchen Medienbruch werde es bei der Telekom nicht geben, erklärte Mayer. Die Sendungen würden entweder durchgängig digital oder auf Papier zugestellt. Je nach Region werde man mit verschiedenen Zustellunternehmen zusammenarbeiten, um die Portokosten für die Kunden zu optimieren, sagte Mayer.

dpa

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