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Telekom: Festnetz und Mobil ab 2010 aus einer Hand

Die Deutsche Telekom legt ihre Sparten Festnetz und Mobil ab 2010 zusammen. Darüber hinaus greift der Konzern beim Internetfernsehen an.

Es war sein erster Auftritt als neuer Super-Manager der Telekom. Der Holländer Niek Jan van Damme stellte sich gestern in München den Journalisten vor und zeigte sich als smarter Typ. Seit Juli ist van Damme der neue Deutschlandchef im Bonner Kommunikationskonzern und damit der Kopf der künftigen „Neuen Deutschlandgesellschaft“.

Anfang 2010 will die Telekom ihre Bereiche Festnetz und Mobil zusammenlegen, wenn die Aktionäre im Herbst auf einer außerordentlichen Hauptversammlung den Plänen zustimmen. „Das Ganze ist kein Sparprogramm“, betonte van Damme, „es geht um Umbau, nicht um Abbau“. Stellen sollen demnach nicht wegfallen, sodass unter seiner Führung zukünftig 80 000 Mitarbeiter stehen. Derzeit laufen Gespräche und erste Schulungen, da sich für viele Angestellte das Aufgabenfeld komplett ändern werde.

Der Konzern erwarte sich durch die Zusammenführung kräftige Umsatzsteigerungen, sagte van Damme. Bisher hätten nur 22 Prozent der 29 Millionen Telekom-Kunden sowohl einen Festnetz- als auch einen Handyvertrag vom Marktführer. „Wenn wir das nur um ein Prozent steigern, steigt unser Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe“, sagte van Damme. Damit könne man aber noch nicht im kommenden Jahr rechnen. Schrumpfen wird dagegen die Führungsriege: Statt der insgesamt 16 Chef-Posten bei T-Home und T-Mobile, gibt es zukünftig nur mehr neun. Überlegungen, die Marken T-Home und T-Mobile in Zukunft möglicherweise abzuschaffen, stünden derzeit nicht zur Diskussion.

Den Kunden soll die Zusammenführung vor allem eins bringen: Einfachheit. Preissenkungen werde es dadurch nicht geben, dafür aber Produkte, Vertrieb und Service für Privat- und Geschäftskunden aus einer Hand.

Während die neue Deutschlandgesellschaft noch im Entstehen ist, sorgt die Telekom mit einem anderen Groß-Projekt für Diskussionen unter Fußballfans. Hinter dem neuen Bundesliga-Sender „Liga Total“ steht das Schwergewicht Deutsche Telekom, das im Internetfernsehen (IPTV) einen neuen Anlauf nimmt und damit dem Münchner Bezahlsender Sky, vormals Premiere, Konkurrenz machen will.

Die Bonner haben die IPTV-Rechte der Bundesliga für vier Spielzeiten zu rund 25 Millionen Euro pro Saison erworben und damit ein Schnäppchen gemacht. Denn die Übertragungsrechte im Bezahlfernsehen kosten Sky aufgrund der wesentlich größeren Reichweite mit jeweils 225 Millionen Euro fast das Zehnfache.

Branchenexperte Andreas Heinold, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zufolge, versorge die Deutsche Telekom aktuell etwa 700 000 IPTV-Kunden, von denen bis zu 30 000 die Bundesliga live gebucht hätten. Diese Zahl soll mit Constantin Media (ehemals EM.TV) als neuem Lizenznehmer der Telekom steigen. Constantin veranstaltet für die Bonner das Programm „Liga Total“ mit einer von Johannes B. Kerner angeführten Sportredaktion.

von Stefanie Backs und Thomas Magenheim-Hörmann

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