Bei der Telekom fließt wieder Dividende

- Bonn - Für die gebeutelten T-Aktionäre hat die Deutsche Telekom nach starkem Kursverfall und zwei dividendenlosen Jahren wieder eine gute Nachricht: Für das Geschäftsjahr 2004 gibt es eine Ausschüttung von 0,62 Euro je Aktie und es könnte bald mehr werden. "Diese Dividende ist die Richtschnur für die künftigen Dividenden", sagte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Bonn.

Zugleich wird der Stellenbau bei der Telekom auch künftig weiter gehen und soll "sozialverträglich" umgesetzt werden. Zahlen nannte er aber nicht.<BR><BR>Zur Entwicklung der Geschäfte in 2004 zeigte sich Ricke zufrieden: Mit 4,6 Milliarden Euro habe sich der Konzernüberschuss gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht. Zugleich drückte die Telekom ihre Schulden noch einmal kräftig nach unten: Ende Dezember stand Europas größter Telekommuniktionskonzern bei seinen Geldgebern noch mit 35,2 Milliarden Euro in der Kreide. Damit wurden die Verbindlichkeiten gegenüber dem Höchststand im Jahresverlauf 2001 praktisch halbiert.<BR><BR>"Die Bilanzrelationen sind in einem Zustand wie in den letzten 10 Jahren nicht", betonte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. Es gebe heute überhaupt keinen Grund, warum man nicht in T-Aktien investieren sollte, ermunterte der Herr der Telekom-Zahlen potenzielle Investoren. Bei der jetzigen Ausschüttung liege die Dividendenrendite immerhin bei 3,9 Prozent.  Die Börse blieb von den Geschäftszahlen indes unbeeindruckt. Der Kurs der T-Aktie notierte bis zum Mittag bei rund 16 Euro und lag damit leicht im Plus.<BR><BR>Bereits im laufenden Geschäftsjahr soll sich das neue Excellence Programm der Telekom, das Ricke erstmals vorstellte, im Ergebnis niederschlagen. Das Programm sieht unter anderem vor, das profitable Wachstum in den drei Sparten Mobilfunk, Breitband/Internet und Systemgeschäft weiter anzukurbeln und die Steigerung der Kapitalrendige in den kommenden drei Jahren voranzutreiben. Das Programm habe das Ziel, "die Telekom zum wachstumsstärksten integrierten Anbieter Europas zu machen", betonte Ricke.<BR><BR>So erwartet der Vorstand beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) schon 2005 einen Anstieg auf 20,7 Milliarden bis 21 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Bonner Riese mit 19,4 Milliarden Euro seine Prognosen sogar leicht übertroffen. Auch beim Umsatz will die Telekom draufsatteln, nachdem im vergangenen Jahr ein Plus von 3,7 Prozent auf 57,9 Milliarden Euro erwirtschaftet worden war.<BR><BR>Sehr ausführlich nahm Ricke Stellung zur Personalentwicklung im Telekom-Konzern. So seien in der vergangenen 10 Jahr im Schnitt pro Jahr 10 000 Abeitsplätze "sozialverträglich" abgebaut worden. Dies begründete er mit dem regulatorischen Druck und dem zunehmenden Wettbewerb sowie mit dem Wegfall von Schnittstellen durch die Integration von Telekommunikation und Informationstechnik. Das werde künftig die Technologie auf der Basis des Internetprotokolls sein. Ende 2004 waren bei der Telekom weltweit 244 600 Menschen beschäftigt, rund 4000 weniger als ein Jahr zuvor.<BR><BR>Voll im Zeitplan liegt das Unternehmen nach Angaben von Finanzchef Eick bei der geplanten Verschmelzung von T-Online auf den Mutterkonzern. Nah Ablauf der Frist für das freiwillige Kaufangebot hält die Telekom inzwischen 88 Prozent an T-Online. Der Internetanbieter war im Frühjahr 2000 an die Börse gekommen. Die Bewertungsarbeiten befänden sich in der Schlussphase. Über den Veschmelzungsvertrag und das Ausstauschverhältnis werden die Aufsichtsräte beider Unternehmen am 8. März entscheiden. 

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