Telekom geht mit neuer Billigmarke auf Kundenfang

Köln - Die Deutsche Telekom reagiert mit dem Start einer Billigmarke auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck auf dem hart umkämpften Telekommarkt.

"Mit Congstar, der neuen Marke für Mobilfunk und DSL, nimmt die Deutsche Telekom den Kampf gegen Anbieter im Discountsegment des Telekommunikationsmarktes auf", sagte Vorstandschef René Obermann am Dienstag in Köln. Neben etablierten Wettbewerbern setzen der Telekom zunehmend Billiganbieter wie Simyo zu, die ihre Dienstleistungen günstig über das Internet anbieten. Congstar soll nun besonders die junge Kundschaft ansprechen.

Die Telekom steht in Deutschland unter Zugzwang. Allein im vergangenen Jahr verlor das Unternehmen zwei Millionen Festnetzanschlüsse an die Konkurrenz. Auch in diesem Jahr wird der Kundenschwund voraussichtlich unverändert hoch bleiben. Mit Congstar will Vorstandschef Obermann einen Teil der Wechsler im Konzernverbund halten. Dafür verzichtet er auch auf Margen, da Congstar Internet und Telefongespräche günstiger als der Mutterkonzern anbietet. Der Mutterkonzern hat der Zweitmarke ambitionierte Ziel gesetzt. "Wir peilen weiter das Ziel von einer Milliarde Euro Umsatz zum Jahr 2010 an", sagte Congstar-Chef Alexander Lautz. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse die Gesellschaft mehrere Millionen Kunden unter Vertrag nehmen.

Mit Congstar setzt die Telekom auf eine bereits existierende Marke. So hatte die mittlerweile integrierte Konzerntochter T-Online Ende 2004 einen Ableger mit Namen Congster gegründet, um den Billiganbietern im DSL-Geschäft Paroli bieten zu können. Der Ableger agierte eigenständig und gewann seine Kunden ausschließlich über das Internet. Allerdings blieb die Vorläufergesellschaft mit knapp 100 000 Kunden hinter den Erwartungen zurück.

Congstar bietet seine Telekommunikationsleistungen in Bausteine gegliedert an, die Telefon, Internet und Mobilfunk umfassen. Ein DSL- Internetanschluss für grenzenloses Surfen kostet monatlich 31,40 Euro. Ein Pauschaltarif für Festnetztelefonate schlägt mit weiteren acht Euro zu Buche. Für Handy-Telefonate in das Mobilfunknetz veranschlagt Congstar 19 Cent pro Minute - eine Grundgebühr fällt nicht an. Möglich sind auch Pauschaltarife für Anrufe in die Netze von T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2, die zwischen 15 und 20 Euro kosten. Die Tarife können nur über Internet und Telefon bestellt werden. Die Verträge sind monatlich kündbar.

Trotz der zum Teil deutlichen Preisabschläge gegenüber den Tarifen des Mutterkonzerns bleibt Congstar mit seinen Preisen aber hinter der Konkurrenz zurück. Nach dem drastischen Preisverfall beim Mobilfunk - die Tarife fielen in den vergangenen Jahren um ein Fünftel - liegt der günstigste Minutenpreis derzeit bei 14 Cent. Auch im wichtigen DSL-Geschäft verschärft sich der Wettbewerb, wobei die Telekom selbst an der Preisschraube gedreht hat. Einer Tarifkürzung des Bonner Unternehmens zum Juni folgte die Konkurrenz umgehend. Günstigster Anbieter ist nun United Internet, das die Tarife von Congstar leicht unterbietet.

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