Telekom von Investitionen in US- und DSL-Geschäft belastet

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Bonn (dpa) - Ungeachtet der schwachen Entwicklung auf dem Heimatmarkt erwartet die Deutsche Telekom für das kommende Geschäftsjahr eine stabile Ergebnisentwicklung. Wachstumsmotor soll das ausländische Mobilfunkgeschäft mit T-Mobile USA sein, wobei der schwache US-Dollar die Zuwachsraten dämpft, wie Europas führender Telekomkonzern am Donnerstag in Bonn mitteilte.

Vorstandschef René Obermann stellte für das kommende Geschäftsjahr einen gegenüber 2007 unveränderten Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 19 Milliarden Euro in Aussicht. Er bestätigte zugleich die Prognose für 2007.

Die erwartete Ergebnisstabilisierung wertete Obermann als Erfolg der Telekom-Strategie. In den vergangenen Jahren hatte der Wettbewerb auf dem deutschen Telekommarkt Spuren in der Bilanz der Telekom hinterlassen - seit 2004 sackte das EBITDA Jahr für Jahr ab. Um das Ergebnis zu stabilisieren, setzt das Unternehmen neben dem Ausbau des Auslandsgeschäfts auf Einsparungen und breitbandige Dienste.

Festnetz-Vorstand Timotheus Höttges äußerte sich zufrieden über die Entwicklung des deutschen DSL-Geschäfts. Die Zahl der Breitbandkunden wuchs im dritten Quartal um 480.000. Damit liege die Quote im Neukundengeschäft mit 48 Prozent über dem angepeilten Ziel von 40 bis 45 Prozent. Bei dem Entertain-Angebot - Bündelpaket von Telefon, Internet und Medieninhalten - rechnet Höttges für das Gesamtjahr mit rund 150.000 Nutzern. Gegenüber Ende September würde sich damit die Nutzerbasis verdreifachen

Der Ausbau der Geschäftsfelder Breitband und T-Mobile USA wird das Ergebnis im kommenden Jahr belasten. Die Telekom baut ein schnelles Datennetz VDSL, das die Übertragung von TV-Bildern erlaubt. Mit dem Netz und der Aufgerüsteten ADSL2-Infrastruktur will die Gesellschaft im kommenden Jahr mehr als 17 Millionen Haushalte mit seinem Entertain-Angebot erreichen können. Den zuletzt rückläufige deutsche Mobilfunkbereich will Obermann mit einem höheren Datenanteil am Gesamtumsatz ausgleichen, wobei er große Hoffnungen auf das Apple-Handy iPhone legt. T-Mobile wird das neue Gerät ab Freitag exklusiv in Deutschland vermarkten.

Nach Angaben von Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick haben sich Kosten für die Gewinnung neuer Kunden erhöht. Dennoch werde das Unternehmen seine Kosten in diesem Jahr netto um 900 Millionen Euro senken. Eick sieht sein Unternehmen damit beim laufenden Sparprogramm "gut im Plan". Der Konzern hatte angekündigt, die Kosten bis Ende 2010 um rund 5 Milliarden Euro senken zu wollen. Dazu gehört auch der Abbau weiterer Arbeitsplätzen. Lothar Schröder kritisierte die Einschnitte: "Die Deutsche Telekom hat kein Mitarbeiter- sondern ein Umsatzproblem." Um dieses zu beseitigen, solle das Unternehmen stärker auf Service setzen. Dazu seien Mitarbeiter und die Präsenz in der Fläche nötig. Nach Einschätzung von Schröder will die Telekom Standorte zusammenlegen, wovon vor allem der Osten Deutschlands betroffen sein werde.

Ein weiterer Baustein von Obermanns Strategie ist der Ausbau des Mobilfunkgeschäfts, wobei er auch auf Akquisitionen setzt. Im Gegenzug trennt sich das Unternehmen von Randbeteiligungen: Am Donnerstag gab die Telekom den Verkauf des TV-Dienstleisters Media & Broadcast für 850 Millionen Euro an den französischen Sendenetzbetreiber TDF bekannt. Durch Verkäufe nahm die Telekom bislang 2,1 Milliarden Euro ein.

Mit den Investitionen in die amerikanische Mobilfunktochter will Obermann den wichtigsten Umsatztreiber des Konzerns stärken. So baute T-Mobile USA den Umsatz in den ersten drei Quartalen um knapp 5 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro aus; allerdings wurde der Zuwachs vom schwachen Dollar gemindert. Im vergangenen Jahr hatte die Telekom weitere Mobilfunklizenzen in den Vereinigten Staaten erworben und rüstet nun ihr Netz auf. Nach früheren Angaben belaufen sich die Investitionen insgesamt auf rund fünf Milliarden Euro.

Vor allem wegen der US-Tochter steigerte die Telekom im dritten Quartal das bereinigte EBITDA um 0,6 Prozent auf 5,13 Milliarden Euro. Der bereinigte Überschuss kletterte um 6,9 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro, während der Umsatz von 15,48 Milliarden auf 15,69 Milliarden Euro stieg. Mit ihrem Ergebnis übertraf die Telekom weitgehend die Erwartungen der Experten. Die von dpa-AFX befragten Analysten hatten mit einem EBITDA in Höhe von 4,98 Milliarden Euro und einem Umsatz von 15,69 Milliarden Euro gerechnet. Den Überschuss hatten sie bei 789 Millionen Euro gesehen. An der Börse legte die T-Aktie bis 12.45 Uhr 1,63 Prozent auf 14,35 Euro zu, was Analysten mit den soliden Zahlen begründete. Den Ausblick für 2008 nannten einige Experten "konservativ".

Umsatztreiber war vor allem das Auslandsgeschäft. Bergab ging es indes in Deutschland, wo die Telekom mit dem harten Wettbewerb ringt. Konzernweit sank der Umsatz in Deutschland um 9,3 Prozent, was vor allem mit einem Rückgang bei den traditionellen Festnetzanschlüssen zusammenhängt. Diese reduzierten sich im dritten Quartal um 497.000 auf 31,6 Millionen. Der Rückgang schwächte sich damit gegenüber den Vorquartalen ab.

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