Telekom auf der Jagd nach Schwachstellen

- Köln - Finanziell kann sich die Bilanz des Telekom-Chefs Kai-Uwe Ricke sehen lassen: Seit er im November 2002 das Ruder bei dem angeschlagenen Ex-Monopolisten übernommen hat, ist der Schuldenabbau weitaus besser vorangekommen als erwartet. Dank Kostensenkungen und einem schmerzhaften Personalabbau ist das Unternehmen wieder profitabel; für das laufende Jahr stellte Ricke nach zwei Jahren ohne Ausschüttung wieder eine Dividende in Aussicht.

<P>Doch der Konzernchef ist weiter auf der Jagd nach Schwachstellen, vor allem im Verhältnis der Telekom zu ihren Kunden. Immerhin scheint die Vorstandsetage Probleme inzwischen besser zu sehen als zu Zeiten von Rickes Vorgänger Ron Sommer.<BR><BR>So verkündete der Vorstandschef vor rund 7000 Aktionären, dass in den größeren Telekom-Läden, den T-Punkten, künftig so genannte Welcome Manager dafür sorgen sollen, dass der Kunde gleich zum richtigen Ansprechpartner kommt, statt nach längerem Anstehen in der Schlange zu erfahren, dass er sich an einen anderen Verkäufer hätte wenden müssen.<BR><BR>Reibungsverluste zwischen den Divisionen der Telekom bestehen weiter, wie Ricke in einer Nebenbemerkung einräumte. Besserung scheint in Sicht: Bei der Vermarktung der schnellen Internetzugänge via DSL arbeiteten T-Com und T-Online inzwischen intensiv zusammen. Gleiches gelte für T-Com und T-Mobile beim Aufbau so genannter Hot Spots für schnurlosen Internetzugang per Laptop und W-Lan.<BR><BR>Für den Kunden freilich ist es immer noch schwer durchschaubar, wie die Zuständigkeiten bei der Telekom verteilt sind. Ricke will die Aufgliederung der Telekom in Divisionen dennoch nicht ganz fallen lassen. Er wolle "nicht gleich den gesamten Konzern auf den Kopf stellen", sagte der Vorstandschef. "Wir werden unser operatives Geschäft nicht durch radikale Umorganisation gefährden."<BR><BR>Um die Effektivität des Riesenunternehmens zu verbessern, greift Ricke zu einer persönlichen Zuordnung: Bestimmte Vorstandsmitglieder sind jetzt direkt dafür verantwortlich, dass die Ziele der so genannten Agenda 2004 eingehalten werden. So soll T-Online-Chef Thomas Holtrop über die Breitband-Initiative wachen, T-Systems-Vorstand Konrad Reiss über die Geschäftskunden. Ricke selbst hat sich die Innovation und Qualität zugeordnet.<BR><BR>Ricke machte deutlich, dass es ihm ernst ist mit der Qualitätsoffensive. Er sicherte einem frustrierten Kunden, der in der Hauptversammlung sein Leid geklagt hatte, zu, Servicemitarbeiter sollten sich noch in der Kölnarena mit ihm in Verbindung setzen, um dessen Probleme zu lösen.<BR><BR><BR></P>

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