Telekom kauft für 2,5 Milliarden Dollar US-Mobilfunker Cingular

- Bonn - Mit einer Milliardeninvestition in das USMobilfunkgeschäft weicht die Deutsche Telekom erstmals seit eineinhalb Jahren von ihrem eisernen Sparkurs ab. Die Tochter T-Mobile kauft vom US-Betreiber Cingular Wireless Mobilfunknetze in Nevada und Kalifornien im Wert von 2,5 Milliarden Dollar (2,1 Mrd. Euro), teilte die Deutsche Telekom in Bonn mit.

Europas größter Telekom-Konzern verspricht sich von dem Zukauf in den USA einen deutlichen Geschäftszuwachs. Das Mobilfunkgeschäft ist bereits jetzt der zugkräftige Wachstumsmotor innerhalb des Bonner Konzerns.<BR><BR>T-Mobile hatte bisher die Netze in Kalifornien, Nevada und New York in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Cingular betrieben. Durch eine Ausgleichszahlung von Cingular im Zuge der Auflösung der Partnerschaft muss T-Mobile 200 Millionen Dollar weniger zahlen.<BR><BR>"Wir sind uns sicher, dass durch diese Investition das langfristige profitable Wachstum unseres US-Mobilfunkgeschäfts beschleunigt wird", sagte Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke. Hintergrund für die Auflösung der Zusammenarbeit und den Kauf der Netze ist die Übernahme von AT&T Wireless durch Cingular. Durch den Zusammenschluss entsteht mit über 46 Millionen Kunden der größte Anbieter in den USA. Cingular wird vorerst weiter seinen Mobilfunkverkehr in Nevada und Kalifornien über die Netze der Telekom abwickeln. In den kommenden vier Jahren erhalten die Bonner dafür "mindestens 1,2 Milliarden Dollar".<BR><BR>Bis Ende des Jahres werde nun mit einer Kundenzahl von über 16 Millionen in den Vereinigten Staaten gerechnet. Ende März telefonierten 14,3 Millionen Menschen mit T-Mobile USA. Der Zukauf sei "nicht gerade ein Schnäppchen", sagte Frank Rothauge, Telekom-Analyst bei Sal. Oppenheim. Der Betrag werde beim Schuldenabbau fehlen, betonte Theo Kitz von Merck Finck.

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