Telekom: Kein Angebot für britischen Konkurrenten O2

- Bonn - Die Telekom hat einen milliardenschweren Übernahmeplan für den britischen Mobilfunkkonzern O2 fallen gelassen. Sondierungsgespräche über ein gemeinsames Angebot mit der niederländischen KPN seien ergebnislos beendet worden, teilte die Deutsche Telekom mit. Der "rosa Riese" aus Bonn hat demnach keine Absicht, ein Angebot für O2 - die abgespaltenen Mobilfunkaktivitäten von British Telecom - vorzulegen.

Damit ist auch eine Neuordnung der deutschen Mobilfunkbranche vom Tisch, über die seit langem spekuliert wird. Der Deutschen Telekom sei es um O2 in Großbritannien gegangen, während die deutsche O2-Tochter an KPN gefallen wäre. KPN ist zwar mit E-Plus auf dem deutschen Mobilfunkmarkt die Nummer drei. O2 Deutschland holt als viertgrößter Netzbetreiber mit hohem Kundenzuwachs aber kräftig auf. Gemeinsam wären sie auf fast 25 Prozent Marktanteil gekommen. Zu T-Mobile (38 Prozent) und Vodafone D2 (37,4 Prozent) bliebe ein deutlicher Abstand.

Die Telekom-Tochter T-Mobile hätte mit O2 in Großbritannien ihrem Geschäft einen Schub verpasst, nachdem sie im zweiten Quartal 2005 in Großbritannien Umsatz- und Kundenrückgänge verzeichnete. T-Mobile würde sich mit O2 von den Konkurrenten Vodafone und Orange/France Telecom absetzen. T-Mobile UK besitzt aktuell 16,1 Millionen Kunden.

Aktionärsschützer sehen die Übernahme-Überlegungen der Deutschen Telekom mit gemischten Gefühlen. "Man darf jetzt nicht die selben Fehler machen wie früher, der Schuldenabbau muss weitergehen", sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jürgen Kurz. Andererseits habe die Telekom durch den Abbau von Schulden wieder Spielraum gewonnen.

Die Versteigerung der UMTS-Lizenzen in Deutschland sei auch durch das Verhalten der Deutschen Telekom als Bieter zur teuersten Auktion aller Zeiten geworden. "Das fällt ihr jetzt doppelt auf die Füße", meinte Kurz. Die Telekom habe sich auch Übernahmegelegenheiten versperrt. Da KPN über E-Plus bereits eine UMTS-Lizenz in Deutschland besitzt, würde bei einer Übernahme von O2 Deutschland eine teure UMTS-Lizenz an die Bundesnetzagentur (früher Regulierungsbehörde) zurückgehen.

Auch in Großbritannien würde eine UMTS-Lizenz für T-Mobile verfallen.

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