Telekom-Kunden zahlen 200 Millionen Euro zu viel

München - Telefonkunden in Deutschland zahlen nach Ansicht von Verbraucherschützern überhöhte Preise für Gespräche aus dem Festnetz ins Mobilfunknetz. Die Telefongesellschaften würden die sinkenden Durchleitungsgebühren nicht an ihre Kunden weitergeben, sagte Michael Bobrowski, Telekommunikations-Experte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) der "Welt am Sonntag".

Allein die Kunden der Telekom würden in jedem Jahr 200 Millionen Euro zu viel Gebühren zahlen.

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Telefongespräche drastisch gesunken. Bundesweit können Telefonate im Festnetz oft schon für einen Cent pro Minute geführt werden. Eine Gesprächsminute vom Festnetz aufs Handy kostet dagegen das Zwanzigfache.

Um dies zu verändern, hat die Bundesnetzagentur die Anbieter T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 gezwungen, ihre Preise für die Weiterleitung von Gesprächen aus dem Festnetz in ihre Netze zu senken. Untereinander verlangen die Anbieter nur noch geringe Entgelte für die Weiterleitung von Gesprächen ins Handynetz. Dies geben sie aber nicht an die Kunden weiter.

Kritik von den Verbraucherschützern gab es zudem am Service der Deutschen Telekom. Auch knapp ein Jahr nach dem Amtsantritt von Telekom-Chef René Obermann sehen sie dort keine spürbaren Verbesserungen. "In der Konsolidierung des Unternehmens hat Obermann sicher Fortschritte erzielt", sagte vzbv-Chef Gerd Billen dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Auch bei den Angeboten scheine die Telekom wieder auf breiteres Kundeninteresse zu stoßen. "Was aber nach wie vor aussteht, ist eine Trendwende im Service", sagte Billen. "Wir haben nicht wahrnehmen können, dass eine maßgebliche Service-Verbesserung stattgefunden hat." Ein absolut falsches Signal sei es gewesen, zum Amtsantritt eine Kunden-Offensive auszurufen und fast gleichzeitig denjenigen Mitarbeitern weniger Geld und eine Auslagerung in Aussicht zu stellen, die für den Service zuständig sind. 

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