Telekom: 15 Milliarden Euro Schulden abgebaut

- Bonn - Ein Jahr nach Amtsantritt hat Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke beim größten europäischen Telekommunikationskonzern die Wende geschafft. In dieser Zeit zog der Nachfolger von Ron Sommer den Konzern aus dem Tief. Die Schulden sanken bis Ende des dritten Quartals 2003 auf unter 50 Milliarden Euro. "Wir sind mit unseren Ergebnissen höchst zufrieden", so Ricke.

<P>Erleichtert und mit neuem Selbstbewusstsein blickt Ricke nach vorne: "Jetzt steht ausschließlich das profitable Wachstum im Vordergrund". Selbst gezielte Zukäufe schließt er nicht aus, wenn sie zur Wertsteigerung beitragen. Aber auf Einkaufstour werde man nicht gehen. <BR><BR>Auch aus Sicht von Anlegern hat der 42-Jährige einen guten Job gemacht: Innerhalb eines Jahres schrumpften die Verbindlichkeiten um über 15,1 Milliarden auf 49,2 Milliarden Euro.<BR><BR>Auch die Ergebnisse können sich sehen lassen.  Vor allem die Mobilfunktochter T-Mobile trug zum gestiegenen Umsatz bei: Insgesamt wuchs deren Kundenzahl im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Jahres 2002 um 12,7 % auf 57,7 Millionen. Der Umsatz stieg um 17,8 % auf 16,8 Milliarden Euro. Besonders deutlich ist das Plus in den USA. Das in der Vergangenheit umstrittene Engagement jenseits des Atlantiks scheint immer besser zu laufen. Die Kundenzahl stieg um 36,1 % auf 12,1 Millionen. Der Umsatz dort stieg um 24,4 % auf 5,4 Milliarden Euro.<BR><BR>Davon profitierte auch die Konzernmutter, die dennoch beim Sparen bis an die Schmerzgrenze gehen musste. "Wir haben den Konzern einer wahren Rosskur unterzogen - aber das hat uns gut getan" sagte Ricke.<BR><BR>Unter Rickes Leitung wurde der Konzern stärker auf seine vier Bereiche ausgerichtet, Beteiligungen wurden verkauft. Die Sparten erhielten mehr Eigenständigkeit und der Konzernvorstand wurde verkleinert.<BR><BR>Bis 2005 hatte sich die Telekom einen Abbau von mehr als 40 000 Stellen vorgenommen. Betroffen ist vor allem die Festnetzsparte T-Com. Nach wie vor liegen Ricke die hohen Personalkosten im Magen. "Wir haben zu viele Mitarbeiter an Bord". An der Verbesserung der Personalaufwands-Quote gehe kein Weg vorbei. Ende September beschäftigte das Unternehmen konzernweit knapp 250 000 Menschen, darunter 175 000 in Deutschland.<BR><BR>Stimmt die Gewerkschaft einer Arbeitszeitverkürzung mit Lohneinbußen zu, könnten 10 000 Arbeitsplätze wieder besetzt werden.<BR>"Wir haben die Telekom wieder zu einem normalen Unternehmen gemacht", zog Ricke das Fazit seiner einjährigen Amtszeit. Nur zum Kurs der T-Aktie will er sich nicht äußern. Denn der dümpelt seit Monaten unter dem Ausgabepreis von 1996 (14,32 Euro). Für die Aktionäre bleibt derzeit deshalb nur ein kleiner Trost: Für das Geschäftsjahr 2004 sollen sie wieder mit einer Ausschüttung bedacht werden.<BR></P>

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