Betrug im großen Stil

Telekom-Mitarbeiter ergaunern sich 40 Millionen Payback-Punkte

München - 40 Millionen Payback-Punkte, umgerechnet 400.000 Euro, haben sich Telekom-Mitarbeiter ergaunert. Wie beim beliebten Sammel-Programm systematisch betrogen wurde:

Eigentlich standen die Payback-Punkte den Kunden zu, doch die Prämien für Vertragsabschlüsse und -änderungen wirtschafteten 120 Kundenbetreuer der Telekom in die eigene Tasche. Wie die Bild erfuhr, wurden so über die Jahre rund 40 Millionen Payback-Punkte - der Gegenwert beläuft sich auf 400.000 Euro - unterschlagen.

Payback ist mit 28 Millionen Nutzern in Deutschland das größte Bonusprogramm, bei mehr als 600 Partnern sammeln die Teilnehmer Punkte für ihre Einkäufe. Ein Punkt entspricht einem Cent. Die Telekom ist einer der Partner des Sammelprogramms, und offenbar wurde dort systematisch betrogen.

Die Masche ist denkbar einfach: Telekom-Kundenbetreuer und auch Shopleiter informierten ihre Kunden nicht über das Bonusprogramm, sondern buchten die Punkte auf ihre eigenen Karten. Teilweise waren sie in Gruppen organisiert, einige legten sich mehrere Karten zu. Der Betrug ist durchaus lohnenswert: Für einen Vertragsabschluss bei der Telekom gibt es in der Regel 5000 Bonuspunkte, das sind 50 Euro. 

Weil eine Mitarbeiterin der Telekom mehrmals pro Woche in einer Filiale der Drogeriekette DM - ebenfalls Partner von Payback - Karten holte, flog der Betrug auf. Bei der Telekom, die neben Payback eingeschaltet wurde, erkannte man, dass es sich um keinen Einzelfall handelt, "die Vorgänge verteilen sich über ganz Deutschland", sagte ein Sprecher der Bild

Die Telekom reagiert: Der Schaden werde von den Mitarbeitern zurückgefordert, zudem müssen die Angestellten eine Erklärung unterschreiben, wonach nicht in Anspruch genommene Punkte nicht auf die eigenen Bonuskarten gebucht werden. Außerdem werden Gutscheine der Telekom künftig mit einer Seriennummer versehen, können also nur noch einmal genutzt werden. Bislang war die Nutzung nicht begrenzt.

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