+
Die Telekom muss eine Millionenstrafe zahlen

Telekom muss Millionenstrafe zahlen

Luxemburg/Bonn - Weil sie ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht hat, muss die Deutsche Telekom eine Millionenstrafe zahlen.

12,6 Millionen Euro beträgt die Strafzahlung, weil die Telekom in den Jahren vor 2003 ihren Wettbewerbern höhere Entgelte für den Zugang zum Festnetz in Rechnung gestellt hat als ihren eigenen Endkunden.

EuGH bestätigt Entscheidung der EU

Lesen Sie hierzu auch:

Bericht: Telekom-Monopol für iPhone 4 soll fallen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg bestätigte am Donnerstag in letzter Instanz eine Entscheidung der EU-Kommission. Das Urteil kommt nicht unerwartet. Vor einem halben Jahr hatte Generalanwalt Jan Mazak dem Gericht bereits empfohlen, den Einspruch der Telekom gegen das Urteil des Europäischen Gerichts erster Instanz abzuweisen. Üblicherweise folgt das Gericht dieser Empfehlung.

Nach Auffassung der Brüsseler Wettbewerbsaufsicht hat der Bonner Konzern seine marktbeherrschende Stellung über fünf Jahre lang missbraucht. Ein Telekom-Sprecher sagte, die Auswirkungen des Urteils seien begrenzt, da es sich nur auf den Zeitraum von 1998 bis 2003 beziehe. 2003 seien die Preise für Analog-Anschlüsse von Endkunden erhöht worden, so dass dem Unternehmen für die Folgejahre keine überhöhten Preise für Konkurrenten vorgeworfen werden könnten.

Wettbewerber prüfen Schadensersatzklagen

Der Branchenverband VATM begrüßte die Entscheidung aus Luxemburg. “Für Wettbewerbsunternehmen stellt sich nach diesem Urteil nun die Frage, ob sie einen Schadenersatz für die überhöhten Vorleistungsentgelte in dieser Zeit geltend machen können. Es wird auch zu untersuchen sein, wie die Marktbehinderung und damalige Kundenverluste zu bewerten sind“, sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grütz.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Moody's stuft China erstmals seit 1989 ab
Zweifel an der Reformfähigkeit, sinkende Devisenreserven und vor allem das Schuldenrisiko: Die Ratingexperten von Moody's nennen viele Gründe, warum sie Chinas Bonität …
Moody's stuft China erstmals seit 1989 ab
Gabriel: China wird gefürchtete E-Auto-Quote entschärfen
Seit Monaten zittern deutsche Autobauer vor einer geplanten Produktionsquote von Elektroautos in China. Laut Außenminister Gabriel können die Hersteller aufatmen. Die …
Gabriel: China wird gefürchtete E-Auto-Quote entschärfen
Bauindustrie verzeichnet stärkstes Neugeschäft seit 1995
Wiesbaden (dpa) - Die Niedrigzinsen und der Immobilienboom bescheren der Bauindustrie weiter prall gefüllte Auftragsbücher. Im März wuchs das Ordervolumen im …
Bauindustrie verzeichnet stärkstes Neugeschäft seit 1995
Deutscher Aktienmarkt tritt auf der Stelle
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Mittwoch erneut wenig von der Stelle bewegt. Damit knüpfte der deutsche Leitindex an seine zuletzt lustlose Entwicklung an.
Deutscher Aktienmarkt tritt auf der Stelle

Kommentare