Telekom: Rosskur bringt trotz Maut-Pleite Milliarden-Gewinn

- Bonn - Die Deutsche Telekom hat mit einer Rosskur nach Rekordverlusten und trotz des Maut-Debakels die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Ungeachtet eines Milliarden-Überschusses im Jahr 2003 und eines deutlich abgeschmolzenen Schuldenbergs sollen die Aktionäre aber in diesem Jahr wie geplant keine Dividende erhalten, wie Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke sagte. Ricke stellte für nächstes Jahr wieder eine Ausschüttung in Aussicht.

<P>Nach dem herben Verlust von 24,6 Milliarden Euro im Jahr 2002 schreibt der "Rosa Riese" wieder schwarze Zahlen. Der Konzern-Überschuss stieg 2003 auf rund 1,3 Milliarden Euro. Durch die Pleite um die LKW-Maut wurde das Konzernergebnis dabei mit rund 442 Millionen Euro belastet - größtenteils durch Rückstellungen für künftige Verluste. Die Telekom, die im Konsortium Toll Collect mit 45 Prozent vertreten ist, werde sich nach dem ersten Scheitern nun noch stärker in dem Maut-Projekt engagieren und es gemeinsam mit den Partnern Daimler-Chrysler und Cofiroute "zum Erfolg führen", betonte Ricke.<BR><BR>Deutliche Zugewinne verbuchte Europas größter Telekomkonzern dank eines starken Mobilfunkgeschäfts mit weiterem Neukundenwachstum auch beim operativen Ergebnis. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 12,1 Prozent von 16,3 auf 18,3 Milliarden Euro. T-Mobile verzeichnete als Wachstumstreiber ein Umsatzplus von mehr als 15 Prozent auf rund 22,8 Milliarden Euro. Die Festnetzsparte T-Com, der stärkste Umsatzträger des Konzerns, verzeichnete dagegen eine Umsatzeinbuße von 4,4 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro. Für 2004 strebt der Konzern laut Ricke ein bereinigtes Ebitda-Ergebnis von mindestens 19,2 Milliarden Euro an.<BR><BR>Der Schuldenberg verringerte sich deutlicher und rascher als geplant. Die Netto-Verschuldung wurde 2003 um 14,5 Milliarden Euro auf 46,6 Milliarden Euro abgebaut. Seit Spätherbst 2002, als Ricke das Kommando übernahm, erreichte der Konzern damit eine Entschuldung um 17,7 Milliarden Euro. "Unsere Doppelstrategie aus Schuldenreduzierung einerseits und Förderung des profitablen Wachstums andererseits ist aufgegangen", bilanzierte Ricke.<BR><BR>Ricke schloss auch neue Zukäufe nicht aus, konkrete Planungen oder Ziele gebe es aber nicht. "Wir sind zwar nicht auf Akquisitionspfad, das heißt aber nicht, dass wir selektive Akquisitionen ausschließen."<BR><BR>Beim Personal kündigte Ricke weitere Einschnitte an. Jährlich wolle der Konzern 10 000 Arbeitsplätze streichen. Das Unternehmen müsse noch effizienter werden und die zu hohen Personalkosten weiter senken. "Das ist ein schwieriger Weg, aber wir haben dazu keine Alternative." In den laufenden Tarifverhandlungen gehe es für die Telekom vor allem auch darum, die Arbeitszeit für rund 100 000 Mitarbeiter um 10 Prozent ohne Lohnausgleich zu verringern.<BR></P>

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