Telekom schöpft aus dem Vollen: Dividende Balsam für Aktionäre

- Bonn - Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke kann endlich aus dem Vollen schöpfen. Gewinn verdreifacht, Schulden runter und als wichtigste Botschaft: wieder eine Dividende für die gebeutelten Telekom-Aktionäre.

<P>Nicht selbstverständlich sei das Zahlenwerk, sagte Ricke und erinnerte bei der Bilanzvorlage an düsterste Zeiten der Deutschen Telekom. Zwei Jahre ist es schließlich erst her, dass Ricke nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt auf der Cebit in Hannover tiefrote Zahlen von rund 25 Milliarden Euro präsentierte. Es war der höchste Verlust, den jemals ein deutsches Unternehmen eingefahren hatte, entstanden durch milliardenschwere Abschreibungen auf Firmenzukäufe und Lizenzen.<BR><BR>Viel ist geschehen unter der Ägide Ricke. "Wir haben dem Konzern, seinen Beschäftigten und auch seinen Aktionären viel abverlangt", erklärt Ricke. So als wäre es eine Entschuldigung für alle vorherigen Verfehlungen des Managements und für den Absturz der T-Aktie. Mit 4,6 Milliarden Euro Gewinn kehrte der rosa Riese 2004 zur Ertragsstärke früherer Jahre zurück.<BR><BR>Genug jedenfalls, um die T-Aktionäre wieder mit einer Dividende zu beglücken. Mit 0,62 Euro je Aktie liegt sie auf dem Niveau der Jahre 1999 und 2000. Und die Dividendenrendite von 3,9 Prozent spricht nach Ansicht von Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick für sich. Ricke und sein Vorstandsteam haben ihr Dividendenversprechen eingehalten, und dass die Telekom wieder Dividenden zahlt, ist Balsam für die geschundene Seele der T-Aktionäre. Allerdings lässt die große Kursbewegung nach oben auf sich warten. Eine Notierung der T-Aktie von 65 Euro, das war der Emissionspreis beim Börsengang Mitte 2000, liegt angesichts des gegenwärtigen Kursniveaus von 16 Euro in weiter Ferne. Aber ein Anfang ist gemacht.<BR><BR>Und so hat Finanzchef Eick an diesem Tag ein leichtes Spiel. Der Herr über die Telekom-Zahlen lässt sich gar zu der Aussage hinreißen: "Die Bilanzrelationen sind in einem Zustand wie in den letzten 10 Jahren nicht mehr." So richtig freute sich Eick vor allem über die flüssigen Mittel in der Telekom-Kasse. Sie erreichten im vergangenen Jahr ein Volumen von 10,2 Milliarden Euro.<BR><BR>Und dass die Schulden weiter um 24,4 Prozent auf gut 35 Milliarden Euro gedrückt wurden, schafft dem Finanzchef wieder Luft. Immerhin schlugen im vergangenen Jahr alleine die Zinskosten mit 3,5 Milliarden Euro zu Buche. In diesem Jahr würde sich durch den Schuldenabbau das Finanzergebnis weiter verbessern, verspricht Eick.<BR><BR>Abgebaut wurden in den vergangenen zehn Jahren auch Arbeitsplätze: Im Schnitt 10 000 pro Jahr - "sozialverträglich", wie Ricke betonte.<BR>Die Voraussetzungen stehen nicht schlecht, dass die Telekom beim Gewinn weiter zulegt. Dazu hat Ricke ein neues "Excellence-Programm" angekündigt. Profitables Wachstum in allen drei Geschäftsfeldern und Steigerung der Kapitalrendite in den kommenden drei Jahren, lautet das Ziel. Auch bei der Dividende dürfen die Aktionäre auf mehr hoffen. "Die künftige Dividendenpolitik wird von der Entwicklung des Nettogewinns in unserem Geschäft bestimmt", sagt der Telekom-Chef.<BR><BR>Eigentlich hätte der Tag für die Telekom richtig schön werden können, wäre da nicht der Presseartikel zur Immobilienbewertung gewesen. Nämlich, dass ein Gutachten im Auftrag der Bonner Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis kam, dass die Bewertung der Telekom-Immobilien in der Eröffnungsbilanz von 1995 nicht korrekt war. Für Eick kein Grund für Sorgenfalten: "Unsere Spezialisten sagen uns, dass das Gutachten keine Rückrechnung auf den damaligen Wert zulässt." <BR><BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zahl der Carsharing-Nutzer schnellt in die Höhe
Besonders die Flotten der Autobauer in den großen Städten locken immer mehr Carsharing-Kunden. Aber auch in kleineren Gemeinden gibt es mehr Angebote. Ein Gesetz soll …
Zahl der Carsharing-Nutzer schnellt in die Höhe
Zahl der freien Stellen am Jahresende 2016 auf Rekordniveau
Nürnberg (dpa) - In Deutschland hat es nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern noch nie so viele freie Stellen gegeben wie im Schlussquartal 2016.
Zahl der freien Stellen am Jahresende 2016 auf Rekordniveau
Ex-Audi-Chefentwickler erhebt schwere Vorwürfe in Diesel-Affäre
Heilbronn/Ingolstadt - Ein ehemaliger Chefentwickler von Audi hat am Arbeitsgericht Heilbronn schwere Anschuldigungen gegen Vorstandschef Rupert Stadler in der …
Ex-Audi-Chefentwickler erhebt schwere Vorwürfe in Diesel-Affäre
Hamburger Attraktionen ziehen immer mehr Besucher an
Hamburg (dpa) - Noch nie sind so viele Touristen und Geschäftsleute nach Hamburg gereist wie im vergangenen Jahr. "Wir konnten rund 290 000 Menschen mehr für Hamburg …
Hamburger Attraktionen ziehen immer mehr Besucher an

Kommentare