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Telekom schreibt nach Rekordverlust wieder schwarze Zahlen

- Bonn - Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke tritt nächste Woche mit den ersten schwarzen Konzernzahlen seit fast zwei Jahren vor die leidgeprüften T-Aktionäre. Der seit rund sechs Monaten amtierende Vorstandschef überraschte Analysten und Kapitalanleger mit besseren Quartalszahlen als erwartet. Zuletzt hatte die Telekom im zweiten Quartal Jahr 2001 schwarze Zahlen geschrieben.

<P>Der Bonner Konzern erzielte im ersten Quartal 2003 einen Konzernüberschuss von 853 Millionen Euro. In den ersten drei Monaten 2002 war noch ein Verlust von 1,8 Milliarden Euro verbucht worden. Nach dem guten Start habe die Deutsche Telekom das neue Ziel, im Gesamtjahr 2003 eine schwarze Null zu schreiben. Die T-Aktie bekam nach den Aussagen Aufwind. Sie war mit einem Plus von zeitweise 4,68 auf 12,29 Euro am Donnerstag größter Gewinner im DAX.</P><P>"Wir liefern die Ergebnisse, die wir versprochen haben", betonte Ricke. Beim Abbau des riesigen Schuldenberges habe der Konzern seine Ziele sogar übertroffen. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten seien von 61,1 Milliarden Euro Ende 2002 auf 56,3 Milliarden Euro bis Ende März gesunken. Zudem seien in allen Sparten die Margen verbessert worden. "Wir gewinnen unsere finanzielle und strategische Flexibilität wieder zurück", schilderte Ricke. </P><P>Die stärksten Umsatz-Zuwachsraten hätten im ersten Quartal die Mobilfunksparte mit einem Plus von 18,9 Prozent und die Internet-Tochter T-Online mit 21,6 Prozent erzielt. Bei der Festnetzsparte T-Com habe der Umsatz dagegen um 0,6 Prozent vor allem durch den Verkauf der restlichen TV-Kabelgesellschaften abgenommen.</P><P>Ricke hofft nach diesen Zahlen auf einen Vertrauensvorschuss von den rund drei Millionen T-Aktionären. Er war von der Mobilfunksparte an die Spitze des Konzerns gerückt, nachdem Ron Sommer im Juli 2002 zurücktrat und Helmut Sihler übergangsweise den Konzern führte. Auf der Hauptversammlung am nächsten Dienstag in Köln will er neben den Geschäftszahlen die Strategie erläutern. "Wir werden die Deutsche Telekom zu dem führenden innovativen Dienstleistungsunternehmen der Branche machen", kündigte Ricke an. Wann T-Aktionäre wieder mit einer Gewinnausschüttung rechnen können, ließ er offen. Der Konzern wies 2002 den in der deutschen Wirtschaftsgeschichte beispiellosen Verlust von fast 25 Milliarden Euro aus. Die Dividende wurde gestrichen.</P><P>Der Konzern will seine bundesweit gut 20 000 Funktürme nicht aus der Hand geben. Die Telekom habe sich aus steuerlichen Gründen gegen einen Verkauf entschieden, sagte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. Die deutsche Funkturmgesellschaft der Telekom umfasst 500 größere Türme wie den Berliner Fernsehturm, den Hamburger Fernmeldeturm, den Düsseldorfer Rheinturm und den Kölner Colonius. Dazu gehören außerdem etwa 6 000 Masten und 14 000 Dachanlagen. Dagegen wird ein Verkauf von DeTeMedien, dem Geschäft mit Telefon- und Branchenbüchern (Gelbe Seiten), noch geprüft. Der Jahresumsatz des Konzerns soll 2003 größer sein als der Schuldenberg. Analysten erwarteten bis zum Jahresende 2003 einen Abbau der Schulden auf 49,7 bis 52,2 Milliarden Euro.</P>

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