Telekom und ver.di einigen sich

- Berlin/Bonn - Im wochenlangen Streit um den drastischen Stellenabbau bei der Deutschen Telekom haben Unternehmensleitung und ver.di eine Einigung erzielt. Die Entscheidung müsse nun den Gremien der Tarifparteien zur Zustimmung vorgelegt werden, sagten Sprecher der Telekom und der Gewerkschaft am Mittwoch in Berlin. Zum Inhalt der Einigung wollen sich die Parteien am Donnerstag äußern. Das Unternehmen hatte zuvor angekündigt, die Zahl seiner Mitarbeiter von derzeit gut 240 000 im Konzern innerhalb von drei Jahren um 32 000 zu reduzieren.

Wie hoch der Stellenabbau nun ausfallen wird, ließen ver.di und die Telekom offen. Denkbar ist, dass weniger Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen werden. Ver.di hatte zudem ein Verlängerung des Schutzes vor betriebsbedingten Kündigungen über das Jahr 2008 hinaus verlangt. "Wir haben ein Ergebnis und wir müssen nun sehen, ob es von den Gremien angenommen wird", sagte ein ver.di-Vertreter. Die Telekom hat seit der Privatisierung vor knapp zehn Jahren jährlich im Durchschnitt rund 10 000 Stellen gestrichen - insgesamt mussten 100 000 Telekom-Beschäftigte das Unternehmen verlassen.

Die Gewerkschaft hatte vor den Verhandlungen den Stellenabbau wegen der erwarteten Milliardengewinne des Konzern massiv kritisiert. Das Bonner Unternehmen wies hingegen auf den technologischen Wandel hin, der viele Arbeitsplätze überflüssig mache. Die Tarifparteien hatten bereits im Januar und Anfang Februar erfolglos über das Maßnahmenpaket der Telekom-Führung verhandelt. Neben dem Stellenabbau will das Unternehmen die Zahl der Callcenter auf 51 halbieren. Die Telekom-Mitarbeiter hatte wiederholt bundesweit dagegen demonstriert.

Betroffen von den Einschnitten ist vor allem die Festnetzsparte TCom sein, die wegen der Konkurrenz durch neue Wettbewerber und der zunehmenden Handy-Nutzung deutliche Umsatzrückgänge verzeichnet. Mit den Stellenabbau einher geht die Einstellung von 6000 neuen Mitarbeitern. Diese sollen sich um Service und den Aufbau des geplanten Glasfasernetzes kümmern. Die Kosten für den Personalabbau bezifferte der Konzern auf 3,3 Milliarden Euro. Ab dem Jahr 2009 sollen dadurch die jährlichen Kosten um 1,7 Milliarden Euro sinken.

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