Telekom verkauft Mobilfunkgeschäft in den USA

New York - Das US-Kommunikationsunternehmen AT&T will die Mobilfunksparte der Deutschen Telekom in den USA kaufen. Das bestätigte ein Sprecher von AT&T am Sonntag in New York.

Demnach veräußert die Telekom ihre T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar (27,5 Milliarden Euro) an AT&T. AT&T, bislang größtes Fernmeldeunternehmen, würde damit auch größter Mobilfunkanbieter in den USA. Die Tageszeitung “Die Welt“ (Montagausgabe) berichtet, 25 Milliarden Dollar sollten in bar ausgezahlt werden, der Rest in AT&T-Anteilen. Damit würde die Telekom acht Prozent am US-Unternehmen erhalten und dessen größter Einzelaktionär werden. Zugleich bekommt die Telekom einen Sitz im Board von AT&T.

Bisher war die T-Mobile einen Platz hinter AT&T bereits der viertgrößte Anbieter für Mobilfunktelekommunikation in den USA. Wegen der behördlichen Prüfverfahren erwartet AT&T, dass es ein Jahr dauern wird, bis die Übernahme perfekt ist.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Spekulationen über einen Verkauf von T-Mobile USA. Die Telekom selbst hatte sich für das US-Geschäft alle Optionen offen gelassen, darunter auch Partnerschaften und einen Teilverkauf.

Telekom-Aktien haussieren nach Verkauf

Die seit Monaten vor sich hin dümpelnden Aktien der Deutschen Telekom haben am Montag einen starken Schub bekommen. Beflügelt vom Verkauf der Mobilfunktochter T-Mobile USA an den Telekommunikationskonzern AT&T für umgerechnet 27,5 Milliarden Euro, schoss die Aktie des Bonner DAX-Konzerns zum Handelsauftakt um rund 16 Prozent auf 11,15 Euro nach oben. Zuletzt hatten Telekom-Papiere Anfang Januar 2009 mehr als elf Euro gekostet.

Am Morgen hatten erste Analysten, so von der Commerzbank, der Berenberg Bank und der LBBW, Kaufempfehlungen für die Telekom-Papiere ausgesprochen. Die Analysten von HSBC hoben ihre Einstufung von Untergewichten auf Übergewichten an. Zur Begründung hieß es, die Telekom habe mit dem Verkauf eine attraktive Lösung für ihr “US-Problem“ gefunden, womit der Fokus wieder auf das unterdurchschnittlich laufende Geschäft in Europa gelegt werden dürfte.

dapd

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