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Zu den bekanntesten Seiten der verkauften Telekom-Tochter gehört das Portal Immobilienscout24.de.

Tochterunternehmen im Netz

Telekom verkauft Scout24-Portale

Bonn - Die Telekom trennt sich mehrheitlich von ihrer Internettochter Scout24 und streicht einen Milliardenerlös ein. Die US-Investoren Hellman & Friedman haben nun das Sagen

Eine Überraschung ist der Verkauf nicht: Die Deutsche Telekom gibt die Mehrheit an ihrer Internettochter Scout24 an einen US-Finanzinvestor. Auf Basis eines Unternehmenswertes von 2 Milliarden Euro verkauft das Unternehmen 70 Prozent der Anteile an Hellman & Friedman LLC, teilte der Bonner Konzern am Donnerstag mit. Hierfür kassiert die Telekom einen Erlös von voraussichtlich 1,5 Milliarden Euro.

Vorstandschef René Obermann sprach von einer „hohen Wertsteigerung“, die die Telekom in den vergangenen Jahren mit ihrer Online-Investitionsstrategie erzielt habe. Der Erwerber sei der richtige Partner für die weitere Entwicklung von Scout24. Für Obermann ist es vermutlich der letzte große operative Schritt im Telekom-Konzern, den er am Jahresende verlassen wird.

Im ersten Quartal rechnen die Bonner mit einem Vollzug der Transaktion, die noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Behörden steht. Vor knapp 10 Jahren hatte die damalige Telekom-Tochter T-Online die Handelsplattform von der schweizerischen Beisheim Holding für 180 Millionen Euro übernommen. Heute ist das Unternehmen mehr als zehnmal soviel wert.

Mit rund 13 Millionen Besuchern monatlich gehört Scout24 zu den größten Marktplätzen im Internet unter anderem für Autos, Immobilien, Finanzprodukte und Reisen. Das Internetunternehmen wurde 1998 gegründet und ist inzwischen in 22 Ländern aktiv.

Die Telekom werde durch die 30-prozentige Beteiligung, die das Unternehmen dann noch halten wird, weiterhin an der Wertsteigerung von Scout24 teilhaben. Das Onlineportal werde seinerseits von den Erfahrungen eines der erfolgreichsten Investoren im Bereich digitaler Medien profitieren. Vor einem Jahr hatte die Telekom seine Internettochter zum Verkauf gestellt.

dpa

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