Jeder vierte Termin platzt

Anbieter-Wechsel: Telekom-Techniker versetzen Kunden

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München – Wer seinen Festnetz- und Internetanbieter wechselt oder umzieht, muss damit rechnen, wochenlang nicht erreichbar zu sein. Zahlen von Vodafone belegen: Jeder vierte Telekom-Termin platzt.

Für die Leitung zur Wohnung des Kunden ist üblicherweise die Telekom zuständig. Lokale Konkurrenten klagen seit längerem, dass Techniker der Telekom ihre Kunden zum vereinbarten Freischaltungs-Termin häufig versetzen würden. Nun nennt mit Vodafone erstmals ein Branchenriese Zahlen: Dem Konzern zufolge platzt bei Umzügen und der Neuanschaltung von Anschlüssen jeder vierte mit Telekom-Technikern vereinbarte Termin.

„Bei rund 150 000 Vodafone-Kunden pro Jahr kommt ein Techniker-Termin beim ersten Mal leider nicht zustande oder der Anschluss funktioniert danach noch immer nicht“, sagt Robert Hackl, Mitglied der Geschäftsführung des Düsseldorfer Konzerns, unserer Zeitung. Zwar zählt er auch die Fälle hinzu, in denen der Kunde nicht anwesend war oder der Techniker erfolglos blieb. Doch die Zahl der Fälle, in denen der Techniker nicht erschien, sei schlicht „zu hoch“. Viele Kunden seien verärgert. Tatsächlich müssen sich diese für Techniker-Termine oft einen halben und mitunter sogar einen ganzen Tag freinehmen.

„Hochgerechnet geht fast eine Million Urlaubsstunden pro Jahr verloren“, rechnet Hackl vor. Drei Wochen warte ein DSL-Kunde bei Vodafone nach Vertragsabschluss auf die Freischaltung. Und damit fahren die Kunden des Konzerns, zu dem mittlerweile auch Kabel Deutschland gehört, noch gut: Im Schnitt müssen deutsche DSL-Kunden laut Stiftung Warentest fünf Wochen bis zur Freischaltung ohne Internet und Festnetz verbringen.

Würde man allein die 25 Prozent von Vodafone auf alle Neuanschlüsse in Deutschland hochrechnen, ergäbe sich etwas mehr als eine Million Techniker-Termine, bei denen der Kunde umsonst gewartet habe, so Vodafone. Auch mehrere regionale Unternehmen wie Easybell sowie der Branchenverband VATM klagten zuletzt, dass viele Techniker-Termine platzen würden.

Ein Telekom-Sprecher sagt, es gebe „vielfältige Fehlerquellen“. So etwa ein fehlender Zugang zu Schalteinrichtungen, nicht angetroffene Kunden, falsche Adressdaten, Stau, Krankheit oder die Witterung. Dennoch liefen „75 Prozent der Bereitstellungen problemlos durch“.  

Tobias Lill

Rubriklistenbild: © dpa

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