Telekom verzahnt Festnetz und Mobilfunk

- Berlin - Die Deutsche Telekom setzt auf ultraschnelle Breitband-Leitungen und eine Verzahnung von Festnetz und Mobilfunk. Bereits bis zum Jahr 2007 sollen die 50 größten Städte in Deutschland Breitbandanschlüsse mit einer Übertragungsleistung von 50 MBit je Sekunde bekommen, teilte Europas größter Telekomkonzern am Donnerstag vor Beginn der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin mit. Die Kosten dafür bezifferte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke auf drei Milliarden Euro.

Über solche Leitungen könnten alle möglichen Multimedia-Dienste inklusive TV-Empfang laufen. Mit Festnetz-Handys sollen die Kunden zuhause über das Festnetz und unterwegs über eine Mobilfunk-Verbindung telefonieren können. Die Telekom will die Geräte im zweiten Quartal kommenden Jahres auf den Markt bringen.

Außerdem führt die Telekom einen Pauschaltarif für das Festnetz von 40 Euro im Monat ein.

An die neuen Breitbandleitungen sollen die ersten Städte Mitte kommenden Jahres angeschlossen werden. Derzeit sind noch DSLAnschlüsse mit einer Kapazität von ein oder zwei MBit pro Sekunde gängig. Mit den neuen Angebot will die Telekom den Umsatzrückgang in ihrer Festnetzsparte ausgleichen. Neben alternativen Anbietern wie Arcor oder Colt setzen die Mobilfunkkonzerne Vodafone, E-Plus und O2 dem Bonner Unternehmen zu, denn die Kunden greifen immer häufiger zum Handy statt zum Festnetz-Telefon. Durch die zunehmende Einführung von Internet-Telefonie verschärft sich der Wettbewerbsdruck zusätzlich.

Die Telekom will daher Festnetz und Mobilfunk verknüpfen. Mit einem integrierten Festnetz-Handy wolle T-Com die Vorteile der beiden Netze in einem Gerät vereinen, sagte der Chef der Festnetzsparte, Walter Raizner. "Das Festnetz weitet seine Nutzungsmöglichkeiten erheblich aus, wird mobil, und das mit einer Nummer, einer Rechnung und einem Ansprechpartner." T-Mobile startet einen eigenen ähnlichen Dienst, bei dem als "die eigenen vier Wände" ein Umkreis von rund zwei Kilometern gelten soll. Anders als bei T-Com kann der Dienst von T-Mobile mit jeden Handy genutzt werden. Die Telekom kontert mit dem integrierten Telefon vergleichbare Angebote von O2 und Vodafone, die dafür mehrere hunderttausend Kunden gewinnen konnten.

Raizner hatte nach seinem Amtsantritt im November vergangenen Jahres eine grundlegende Neuausrichtung der Festnetzsparte angekündigt, um den Festnetzbereich fit für den härteren Konkurrenzdruck zu machen. Von dem Verkauf von Videos und Musik über das Telefonnetz versprechen sich die Telekomgesellschaften zusätzliche Einnahmen. Die Telekom wird daher ihre Internettochter TOnline auf den Mutterkonzern verschmelzen, um Synergien besser zu nutzen.

Teil der Neuausrichtung von T-Com ist auch die Erweiterung des Spartenvorstands um den Bereich Innovationen, der ab Oktober Jahres von Bernd Kolb verantwortet wird. Der 42-jährige Manager, der zuvor 18 Jahre lang die ID Media AG als Vorstandschef leitete, werde vor allem für die Weiterentwicklung von Endgeräten, Produkten und Dienstleistungen zuständig sein.

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