Telekom wagt sich an Spitze von Toll Collect

- Hannover - Nach dem Milliarden-Debakel um die Einführung der Lkw-Maut setzt das Betreiberkonsortium Toll Collect mit neuem Chef und neuer Struktur zum Befreiungsschlag an. Die Deutsche Telekom werde künftig die operative Führung von Toll Collect übernehmen, sagte Telekom-Vorstandsmitglied Konrad F. Reiss in Hannover. "Wir werden alles daransetzen, den Zeitplan einzuhalten, aber es wird keine finale Garantie geben."

<P>Reiss sagte, aus heutiger Sicht sei es aber realistisch, die Maut nach dem mit Bundeskanzler Gerhard Schröder abgestimmten Zeitplan einzuführen. Den Vorsitz der Geschäftsführung von Toll Collect übernimmt von sofort an der bisherige T-Systems-Manager Christoph M. Bellmer.<BR><BR>Reiss, neuer Vorsitzender des Gesellschafterausschusses, sagte, die Eigentümer von Toll Collect hätten sich in der Nacht auf den neuen Chef und die neue Managementstruktur verständigt. Damit sei ein Versprechen umgesetzt worden, welches das Betreiberkonsortium in den Verhandlungen vor zwei Wochen mit Schröder gegeben habe. </P><P>Der Bundeskanzler hatte sich Ende Februar mit Daimler-Chrysler und Deutscher Telekom darauf geeinigt, die Maut in Deutschland in zwei Schritten an den Start zu bringen - zum 1. Januar 2005 zunächst in einer abgespeckten Version, ein Jahr später dann in der Vollversion. Bellmer sagte, mit dem neuen Aufbau der Geschäftsführung gebe es nun "klare Entscheidungsstrukturen". </P><P>Zvezdana Seeger, die ebenfalls von T-Systems kommt, werde für Entwicklung und Betrieb der Technologie verantwortlich sein. Roland Schell von Mercedes Benz kümmere sich um die Verteilung der Endgeräte für die Lastwagen. Wichtig sei es, sich jetzt auf die Tests und die Einführung zu konzentrieren. Reiss sagte, die einzelnen Systemkomponenten seien fertig, nun gehe es darum, "sie unter Last zu nehmen" und dabei auch Fehler im System zu entdecken.<BR><BR>Reiss betonte, selbst wenn die Telekom das operative Geschäft übernommen habe und auch die Telekom-Tochter T-Systems die technische Entwicklung bündeln werde, solle sich die Eigentümerstruktur von Deutscher Telekom (45 %), DaimlerChrysler (45 %) und Cofiroute (10 %) nicht ändern.</P>

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