Langfristiger Vertrag für Bierofka - „Nur der Anfang dieser positiven Entwicklung“

Langfristiger Vertrag für Bierofka - „Nur der Anfang dieser positiven Entwicklung“

Telekom will mit einfachen Tarifen Wettbewerbsposition verbessern

- Bonn - Die Deutsche Telekom will nach der vollständigen Übernahme ihrer Internettochter T-Online in die Offensive gehen. "Wir werden ab Herbst unsere Preismodelle radikal vereinfachen", sagte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke dem "Handelsblatt".

Dies gelte für den Mobilfunk und das Festnetz. "Im Festnetz bedeutet das Pauschaltarife für den Anschluss inklusive Leistungen für Telefonieren, Surfen oder Fernsehen - oder eine Kombination der drei."

Ohne T-Online waren solche Bündelangebote nicht möglich, da T-Online und die Telekom rechtlich getrennte Unternehmen waren. Nach dem Abschluss der Fusion will der Konzern nun nachziehen. Profitieren werden davon die Verbraucher, die sich auf sinkende Preise einstellen können. Um funktionierende "Triple Play"-Angebote (Telefon, Internet, TV) auf den Markt bringen zu können, baut die Telekom derzeit ein neues Glasfasernetz. Über das Netzwerk sollen ab Herbst auch die Spiele der Fußball-Bundesliga übertragen werden, für die das Unternehmen die Rechte erworben hatte.

Mit den neuen Angeboten reagiert die Telekom auf den massiven Verlust von Marktanteilen im Festnetzgeschäft: Jeden Monate melden rund 160 000 Menschen ihren Festnetzanschluss bei dem Bonner Konzern ab und wechseln zur Konkurrenz. Nach dem ersten Quartal musste die Telekom daher die Umsatzprognose 2006 für die Festnetzsparte T-Com um eine Milliarde Euro senken. Den Rückgang will Ricke mit einem höheren Zuwachs im Mobilfunkgeschäft ausgleichen, der allerdings ausschließlich durch das Auslandsgeschäft getragen werden soll.

Mit dem Ausbau ihrer Telekomnetze wollen die Konkurrenten den Druck auf den Marktführer erhöhen. So kündigten Versatel Deutschland und Telefonica den Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur an, um stärker vom DSL-Boom zu profitieren. Zudem drängt der britische Mobilfunkkonzern Vodafone massiv ins deutsche Festnetzgeschäft. Mit Arcor besitzen die Briten bereits den zweitgrößten Festnetzanbieter Deutschlands.

Um dem Druck der Wettbewerber entgegenzutreten, kündigte Ricke bereits im vergangenen November zusätzliche Werbeausgaben in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für 2006 an. Die im ersten Quartal aufgewendeten 250 Millionen Euro verpufften allerdings ohne Wirkung - der Abwärtstrend bei T-Com ging weiter. Für die zweite Jahreshälfte kündigte der Telekom-Chef nun eine neue Offensive an: "Ab Herbst sind die paradiesischen Zeiten für den Wettbewerb zu Ende."

Ricke will in neue Netze investieren, die auf dem Internet-Protokoll basieren und wesentlich weniger Wartung und weniger Personal benötigen. Eine eigene Produktion von Inhalten etwa für das Internet-Fernseh-Angebot der Telekom schloss Ricke aus. "Wir werden kein Unternehmen, das Inhalte produziert. Wir stehen immer in der Gefahr, zu viel gleichzeitig zu machen. Deshalb konzentrieren wir uns auf das Anschlussgeschäft."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Opec dreht den Ölhahn etwas weiter auf
Wien (dpa) - Das Ölkartell Opec hat sich auf eine Ausweitung der Öl-Förderung geeinigt und will so künftig das selbst auferlegte Förderlimit voll ausschöpfen. Angesichts …
Opec dreht den Ölhahn etwas weiter auf
Ryanair und deutsche Piloten sondieren
Der Weg zum Pilotenstreik bei dem Billigflieger ist noch lang. Kaum wurden die Verhandlungen abgebrochen, gibt es schon wieder neue Sondierungsgespräche.
Ryanair und deutsche Piloten sondieren
Wegen WM-Showdown gegen Schweden: Edeka- und Rewe-Filialen greifen zu ungewöhnlicher Maßnahme
Für die DFB-Elf geht es am Samstag schon um alles. Gut ist das immerhin für die TV-Einschaltquoten - und die Spannung. Auch mehrere Supermarkt-Filialen reagieren.
Wegen WM-Showdown gegen Schweden: Edeka- und Rewe-Filialen greifen zu ungewöhnlicher Maßnahme
Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Teil-Rückzug
Die Brexit-Verhandlungen verlaufen schleppend, die Unternehmen werden zunehmend nervös. Airbus erhöht nun den Druck auf die britische Regierung.
Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Teil-Rückzug

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.