Telekom-Abbau "unsozial und frauenfeindlich"

- München - Als einen "Anschlag auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf" hat Josef Falbisoner, Verdi-Landesbezirksleiter in Bayern, die Umstrukturierungspläne der Deutschen Telekom bezeichnet. Der Konzern will die Zahl seiner Call-Center bis Jahresmitte von bundesweit 96 auf 51 reduzieren.

Da in den Call-Centern viele Frauen arbeiteten, sei die Maßnahme "unsozial und frauenfeindlich", kritisierte Falbisoner. In Bayern sollen von landesweit 24 Call-Centern nur acht übrig bleiben. Von der Schließung bedroht sind den Angaben zufolge die Niederlassungen in Ansbach, Landshut, Regensburg, Ingolstadt, Bayreuth, Weilheim, Rosenheim, Passau, Bamberg, Hof, Freising, Deggendorf, Aschaffenburg, Erlangen, Donauwörth und Garmisch-Partenkirchen.

Erhalten bleiben die Einrichtungen in Traunstein, München, Kempten, Augsburg, Nürnberg, Würzburg, Weiden und Bad Kissingen. Bundesweit sind 3300 Mitarbeiter von der Umstrukturierung betroffen - gut ein Drittel davon aus Bayern.

"Es gibt offenbar sehr viele Call-Center im Freistaat und deshalb sind die Beschäftigten hier auch überproportional stark betroffen", mutmaßte ein Verdi-Sprecher. Bayern sei ein technikorientierter Standort, an dem viele Firmen die Dienste von Call-Centern in Anspruch nähmen.

Ein Telekom-Sprecher wies unterdessen die Vorwürfe der Gewerkschaft zurück. Der starke Konkurrenzdruck in der Branche mache einfachere Strukturen notwendig. Den betroffenen Mitarbeitern werde man Arbeitsplätze an den verbleibenden Standorten anbieten. Wer künftig von Weilheim nach München pendeln soll, muss allerdings erheblich längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen.

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