Telekom-Bespitzelungsaffäre: Mindestens 60 Betroffene

Bonn - Der Kreis der Betroffenen in der Spitzel- Affäre bei der Deutschen Telekom weitet sich aus. Inzwischen geht die Staatsanwaltschaft von mindestens 60 Personen aus, deren Telefon- Verbindungsdaten ausgewertet wurden.

Damit bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Bonn einen Vorabbericht des Magazins "Stern". Man rechne damit, dass es erst einmal bei dieser Zahl bleibe, sagte Oberstaatsanwalt Fred Apostel auf Anfrage. Allerdings seien erst rund ein Fünftel der vorliegenden Daten überprüft worden. In der vergangenen Woche war noch von 55 Betroffenen die Rede.

Anscheinend wurden auch Menschen überprüft, die überhaupt nicht direkt mit der Telekom in Zusammenhang stehen. Erst in der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske ausgespäht wurde. Wie der "Stern" nun berichtet, sind auch die Verbindungsdaten von DGB-Bundesvorstand Dietmar Hexel überprüft worden, der beruflich kaum Berührungspunkte mit der Telekom hatte. Außerdem seien zwei ehemalige Vorstandssekretärinnen, darunter die des damals amtierenden Konzernchefs Kai-Uwe Ricke, betroffen.

Nach einem Bericht des "Handelsblatts" sind bei den Bemühungen der Telekom, die firmeninternen Quellen eines Journalisten auszuspähen, auch Gesprächsdaten von Personen überprüft worden, die als "undichte Stellen" nie in Frage kommen konnten - darunter etwa die Kinder zweier Aufsichtsräte. Der Zeitung liegt nach eigenen Angaben die Liste mit sämtlichen Namen der Betroffenen vor.

Die Telekom hatte 2005 und 2006 Verbindungsdaten überprüfen lassen, um undichte Stellen im Konzern über die Weitergabe von vertraulichen Informationen zu schließen. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem gegen Ricke und den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Stahlkocher demonstrieren gegen Thyssenkrupp-Fusionspläne
Duisburg (dpa) - Betriebsrat und IG Metall haben ain Bochum zu einer Großdemonstration gegen die Stahl-Fusionspläne von Thyssenkrupp aufgerufen.
Stahlkocher demonstrieren gegen Thyssenkrupp-Fusionspläne
Ryanair bietet Piloten mehr Geld an
Bis zu 10 000 Euro mehr will Ryanair seinen Flugzeugführern unter anderem in Berlin und anderen Standorten zahlen. Damit will die Airline verhindern, dass es zu weiteren …
Ryanair bietet Piloten mehr Geld an
Lufthansa könnte große Teile der Air Berlin übernehmen
Eine Entscheidung ist es noch nicht, aber die Richtung scheint klar: Der deutsche Marktführer Lufthansa soll bei Air Berlin das größte Stück vom Kuchen haben. Doch der …
Lufthansa könnte große Teile der Air Berlin übernehmen
Ermittler spüren 2433 Mindestlohn-Verstöße auf
Am Bau und im Gastgewerbe stoßen die Ermittler auf die meisten Mindestlohnverstöße. Am auffälligsten sind Erfurt, Magdeburg und Berlin. Aber reichen die Kontrollen aus?
Ermittler spüren 2433 Mindestlohn-Verstöße auf

Kommentare