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Tempo 100 auf der Autobahn? Deutsche Umwelthilfe will für die Schilder sorgen

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Von: Patricia Huber

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Eine große Anzeigetafel auf der Autobahn, auf der das Tempo 100 vorgeschrieben ist.
Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein allgemeines Tempolimit von 100 km/h auf der Autobahn. © Rolf Poss/Imago Images

Tempolimit? Das geht laut Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) nicht – es würden die entsprechenden Schilder fehlen. Die Deutsche Umwelthilfe macht deshalb ein Angebot.

Köln/Radolfzell – Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges sind die Spritpreise stark gestiegen. Um zu sparen, fahren schon manche Autofahrer auf der Autobahn etwas langsamer als sonst. Doch in der öffentlichen Debatte gehen verschiedene Verbände noch weiter und stellen für Deutschland ein allgemeines Tempolimit zur Debatte.

Tempolimit: Deutsche Umwelthilfe fordert maximal 100 km/h auf Autobahnen

Die Deutsche Umwelthilfe hat sich deutlich für ein Tempolimit ausgesprochen. In einer Pressemitteilung heißt es: „Mit Tempo 100 auf der Autobahn, 80 außerorts und Tempo 30 innerorts können wir sofort über 9 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Insgesamt wären das bis zu 3,7 Milliarden Liter Benzin und Diesel, die jährlich eingespart werden könnten. Mit der Einführung eines Tempolimits könnten wir damit ab morgen auch unsere Abhängigkeit von den Importen aus Russland reduzieren.“

In der Sonntagsausgabe der RTL-Sendung Stern TV verteidigte dann der Kommunikationschef der Deutschen Umwelthilfe, Mathias Walter, diese Forderung. Er nennt drei Vorteile vom Tempo 100 auf Autobahnen: niedrigerer Spritverbrauch, weniger Umweltverschmutzung und weniger Unfälle.

Tempolimit: Grünen- und SPD-Politiker sprechen sich dafür aus

In der Politik herrscht jedoch noch Uneinigkeit, was das Tempolimit angeht. In der Ampel-Koalition hat sich ein großer Teil für eine Begrenzung ausgesprochen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen erklärte gegenüber dem Tagesspiegel, dass ein Tempolimit ein wirksames Mittel sei, um Energie einzusparen.

Auch Thomas Losse-Müller, Landesvorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein, sprach sich angesichts der Abhängigkeit von russischer Energie für eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus. Doch die FDP hält dagegen und verweist auf den Koalitionsvertrag, in dem es heißt, dass es kein generelles Tempolimit geben wird.

Tempolimit: Deutsche Umwelthilfe könnte Verkehrsschilder bereitstellen

Daher wurde auch ein temporäres Limit diskutiert, doch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) erteilte auch diesem Vorschlag eine Absage. Der Grund dafür klingt jedoch bizarr. Er behauptete in einem Interview mit der Hamburger Morgenpost, dass dafür nicht genug Verkehrsschilder vorhanden seien.

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Dieses Argument dürfte jetzt nicht mehr sonderlich überzeugend sein. Denn Walter von der Umwelthilfe machte bei Stern TV ein Angebot in Richtung des Verkehrsministers. Er erklärte, dass die Umwelthilfe bereits angeboten habe, für die nötigen Schilder zu sorgen. (ph)

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