Ladesäule E-Auto
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Das liebe Laden: Für viele sind lange Ladezeiten das Hauptargument gegen ein E-Auto. Doch ein Hersteller aus China revolutioniert die Akku-Welt.

„Super-Akku“

In acht Minuten voll geladen: Chinesischer Hersteller düpiert Tesla, Porsche und BMW

  • Jonas Raab
    VonJonas Raab
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Die Ladezeiten bei E-Autos sind für viele Kunden immer noch ein Ärgernis. Ein chinesischer Autobauer zeigt den Platzhirschen jetzt, wie‘s richtig geht.

Guangzhou - Würden Sie ein E-Auto fahren? Oftmals lautet die Antwort aufgrund der langen Wartezeiten nein. Die sind tatsächlich einer der entscheidenden Nachteile von Stromern, schließlich brauchen die heute verfügbaren Modelle rund eine halbe Stunde, bis sie vollgeladen sind. Ein Tankstopp mit dem Verbrenner dagegen nimmt im Durchschnitt fünf Minuten in Anspruch. An dieser Zeit muss sich die E-Mobilität messen lassen, wenn sie den Massenmarkt noch vor einem künftigen Verbrenner-Verbot* erobern will. Ein Hersteller aus China* kratzt schon jetzt an dieser Marke.

Schenkt man Medienberichten Glauben, lässt sich der fast leere Akku des Aion V – eines von zwölf neuen E-Modellen des chinesischen Herstellers Guangzhou Automotive, kurz GAC – in nur acht Minuten auf 80 Prozent laden. Das berichtet elektroauto.news unter Berufung auf das chinesische E-Magazin cnevpost.com, welches sich bei einem Ladetest im Juli des Jahres von den Schnellladequalitäten des neuen Crossover-PKW vor Ort überzeugt hatte. Im September feiert das Ladewunder seinen Verkaufsstart – allerdings vorerst nur in China.

8 Minuten Ladezeit statt 32: E-Auto aus China düpiert Tesla und Porsche

Im direkten Vergleich mit in Deutschland erhältlichen Spitzenmodellen wird die Ladezeit des Aion V noch beeindruckender: Der Porsche* Taycan etwa lädt laut Herstellerangaben in 22,5 Minuten auf 80 Prozent – an einer 800-Volt-Ladesäule und unter idealen Bedingungen. Ein Tesla* Model S lässt sich im Bestfall in 32 Minuten vollladen. Doch wie schafft es GAC, die namhafte Konkurrenz derart zu düpieren?

Laut efahrer.com erreicht die magischen acht Minuten derzeit nur das 6C-Spitzenmodell des Aion V. Sein Akku basiert auf der neuartigen Graphen-Technologie – dem Hoffnungsträger in der Akkutechnologie. Graphen gilt als das dünnste Material der Welt und besitzt eine sehr hohe elektrische Leitfähigkeit. Allerdings: Laut einer GAC-Pressemitteilung kostete das Material „anfangs bis zu einigen hundert Dollar pro Gramm“ und wurde daher auch als „schwarzes Gold“ bezeichnet. Ein neues Produktionsverfahren soll die Kosten auf ein Zehntel minimieren, verspricht der Hersteller, ohne dabei genaue Preise zu nennen.

Tesla und Co abgehängt: „Super-Akku“ aus China hält eine Million Kilometer lang

Turboladen hat indessen ein Problem: Es soll dem Akku schaden. GAC verspricht allerdings, dass die graphenbasierte Batterietechnologie nicht nur die Ladezeit verkürzt, sondern auch die Batterielebensdauer „erheblich verlängert“. Berichten zufolge sollen bis zu einer Million Kilometer drin sein. Mit einer Akkufüllung schafft der „Super-Akku“ im Aion V übrigens eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern.

Währenddessen könnte das US-amerikanische Start-Up Lucid Motors den renommierten Herstellern in Sachen Reichweite den Rang ablaufen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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