Auf der Motorhaube des Elektroautos Model 3 von Tesla in einem Ausstellungsraum ist das Logo zu sehen.
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Tesla-Aktien sind heißbegehrt

Musk twittert unter Börsenaufsicht

Tesla-Aktie: Wie eine E-Auto-Marke aus den USA zum teuersten Autohersteller der Welt wurde

Die Erfolgsgeschichte der Tesla-Aktie dokumentiert eine einmalige Rallye. Der Elektroautohersteller erreichte eine Marktkapitalisierung in Milliardenhöhe.

  • Elon Musk ist Gründer und CEO des Elektroautoherstellers, den er erst an die Börse und dann in die Gewinnzone brachte.
  • Die Tesla-Aktie sorgt seit ihrem IPO ununterbrochen für Gesprächsstoff und starke Kursschwankungen.
  • Die amerikanische Börsenaufsicht SEC beobachtet die Aktie und vor allem ihren Börsenwert, denn Elon Musk twittert immer wieder Botschaften, die den Aktienkurs massiv beeinflussen.

Der Börsengang der Tesla-Aktie war bereits im Vorfeld eine Sensation. Am 29.06.2010 brachte das Unternehmen nämlich den ersten amerikanischen Autokonzern seit dem Autobauer Ford an die Börse, auch wenn die Aktie mit dem Kürzel TSLA an der Tech-Börse Nasdaq in New York gehandelt wurde. Schon bei ihrem IPO (initial public Offering) stieg der Kurs der Tesla-Aktie sprunghaft. Das Wertpapier stieg zu einem Kurs von 17,00 USD in den Handel ein und beendete seinen ersten Handelstag mit einem Kurssprung von fast 40 Prozent. Der Börsenwert von Tesla lag damit bei etwas mehr als 220 Millionen USD.

Gründer und CEO Elon Musk hielt bei Markteinführung 65 Prozent der Aktien. Die Marktkapitalisierung brachte ihm am Tag der Börseneinführung also über 100 Millionen Dollar ein. Diese Rallye war eine Überraschung, denn Tesla war noch weit von der Gewinnzone entfernt. Dass Produktion und Absatz eine starke Steigerung brauchten, um eine positive Aktienentwicklung zu erreichen, war offensichtlich. Niemand ahnte, dass die Zukunft von Tesla millionenschwere Boni und ständige Schwierigkeiten mit der Börsenaufsicht SEC bereithielt.

Tesla steigert Produktion und Absatz mit neuen Modellen – die Aktienentwicklung folgt mit einer beispiellosen Rallye

Bei seinem Börsengang hatte der Autohersteller nur ein Modell im Angebot: den Roadster, der mit einem Kaufpreis von rund 100.000,00 USD wenig Aussichten hatte, ein Massenprodukt zu werden. Um das Unternehmen in die Gewinnzone zu bringen, waren nach dem Börsengang weite Autos nötig, die Elon Musk und sein Team auch lieferten. Damit setzte sich die Rallye der Tesla-Aktie fort. Die Aktienentwicklung bildete die Steigerung bei Produktion und Absatz der neuen Tesla-Modelle ab und verlief konstant aufwärts.

Aus dem Börsenwert zum Zeitpunkt des IPO wurde innerhalb von zehn Jahren eine Marktkapitalisierung von rekordverdächtigen 100 Milliarden Dollar. Nachdem der Konzern diese Marke Anfang 2020 bei einem Aktienkurs von 550,00 USD überschritt, lag der Kurswert ein halbes Jahr später fast dreimal so hoch. Damit hatte Tesla alle Erwartungen weit übertroffen. Zwischendurch mussten Konzern und Aktie empfindliche Rückschläge verkraften, doch der neue Kassenschlager – der Mittelklassewagen Model 3 – begeisterte Käufer und Anleger gleichermaßen. Elon Musk durfte sich über Boni in Milliardenhöhe freuen, denn sein Vertrag sah vor, dass er nur bei bestimmten Kursmarken Anteile verkaufen darf, worüber die SEC streng wacht.

Elon Musk twittert Skandale, Pleitegerüchte und Kursschwankungen herbei, bis die SEC seine Tweets und Boni kontrolliert

Trotz ihrer bemerkenswerten Rallye musste die Tesla-Aktie auch Kursstürze verkraften, nicht zuletzt wegen der brisanten Twitter-Nachrichten von Elon Musk. Der Elektroautohersteller, dem das beim Börsengang niemand zugetraut hätte, ist inzwischen eines der Schwergewichte im Nasdaq 100 – dem Index, der die 100 nach Marktkapitalisierung größten an der der Nasdaq gehandelten Unternehmen abbildet. Nachdem die Tesla-Aktie seit ihrem IPO einen Börsenwert von mehreren Hundert Milliarden Dollar erreicht hat, sind die Äußerungen von Tesla-CEO Musk deshalb ins Visier der SEC geraten. Tatsächlich haben seine Tweets stets starken Einfluss auf die Aktienentwicklung, sodass der Verdacht von Kursmanipulationen immer im Raum steht. Die SEC zwang Musk deshalb sogar, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, nach der ihm empfindliche Strafen drohen, wenn seine Tweets erneut die Vorgaben der Börsenaufsicht verletzen sollten. Für Kursbewegungen sorgte er unter anderem mit Twitter-Meldungen wie:

  • Er werde alle Tesla-Aktien zurückkaufen (August 2018).
  • Die Tesla-Aktie sei zu hoch bewertet (Mai 2020).
  • Außerirdische hätten die ägyptischen Pyramiden erbaut (Juli 2020).

Da der Konzern die Gewinnzone erreicht hat und Zuwächse in Produktion und Absatz zu erwarten sind, hat Musk allerdings keinen ersichtlichen Grund, seine Boni mit bizarren Tweets zu gefährden.

Von Sünje Knutzen

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