Elon Musk, Chef der Weltraumfirma SpaceX und Tesla-CEO, kommt zur Preisverleihung des Axel Springer Award.
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Elon Musk, Chef der Weltraumfirma SpaceX und Tesla-CEO, kommt zur Preisverleihung des Axel Springer Award 2020.

Lukrative Nebengeschäfte

Tesla verschönt Quartalszahlen mit Bitcoin-Verkauf und Abgaszertifikaten

  • Lena Bammert
    vonLena Bammert
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Der Elektrobauer Tesla fährt zum ersten Geschäftsquartal 2021 absolute Rekordgewinne ein. Die Anleger stimmt das nicht gerade glücklich, denn der Gewinn stammt nicht aus den Autoverkäufen.

Palo Alto/Kalifornien - Zukunftsvisionen kann Elon Musk. Als Chef einer Weltraumfirma und eines Elektrofahrzeug-Herstellers muss er das wohl auch können. Touristische Reisen um den Mond bis 2018, eine Million Robotertaxis im Jahr 2020, erste bemannte Flüge zum Mars ab dem Jahr 2025. Die Visionen, sie sind da - nur mit der Einhaltung der Deadlines hapert es regelmäßig etwas. Zukunft braucht eben Zeit. Gewinne müssen in der Wirtschaft trotzdem her. Die liefert Musk auch regelmäßig. Zum siebten Mal in Folge erwirtschaftet Tesla jetzt schwarze Zahlen - Grund dafür ist jedoch nicht das operative Geschäft aus dem Verkauf von Elektrofahrzeugen, sondern lukrative Nebeneinkünfte.

Geschäftszahlen bei Tesla: Rekordgewinn dank Bitcoin

Im Vorjahr, im ersten Quartal 2020 lag der Gewinn des Unternehmens noch bei 16 Millionen Dollar. Dieses Jahr sind es satte 438 Millionen Dollar (362 Mio Euro), die Tesla insgesamt erwirtschaften konnte. Zwar verkaufte Tesla von Januar bis März ganze 184.877 Elektroautos - so viele wie noch nie zuvor und eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Und verdiente damit auch knapp 600 Millionen Dollar. Für den hohen Nettogewinn verantwortlich sind jedoch erneut nicht alleine das operative Verkaufsgeschäft, sondern andere lukrative Nebeneinkünfte - Stichwort Bitcoin und Abgaszertifikate.

Anfang des Jahres verkündete Elon Musk auf Twitter, dass die Tesla-Modelle von dato an auch mit der Digitalwährung Bitcoin bezahlt werden können. Ein kluger Schachzug, immerhin hatte das Unternehmen im Februar Bitcoin im Wert von 1.5 Milliarden Dollar erworben - ein Manöver, das nicht allen gefiel. 272 Millionen davon veräußerte Tesla innerhalb des ersten Geschäftsquartals gleich wieder und konnte sich so an Kursgewinnen von 101 Millionen Dollar erfreuen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Eine weitere Quelle für den jetzigen Quartalsgewinn ist, wie schon im vergangenen Jahr, der Handel mit Abgaszertifikaten. Dadurch erwirtschaftete Tesla 518 Millionen Dollar. Die Abgaszertifikate werden von anderen Autobauern benötigt, um ihre Emissionsbilanz zu verbessern und damit gesetzliche Klimaschutz-Vorgaben innerhalb der EU oder einzelnen US-Bundestaaten zu erfüllen. Als Hersteller von umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen hat Tesla also einen großen Spielraum beim Verkauf von diesen Zertifikaten.

Tesla Aktie nach Quartalszahlen: Kursentwicklung nach unten

Diese Strategie, Gewinn durch Nebeneinkünfte, durchschauten die Anleger. Trotz der rekordreichen Quartalszahlen verschlechterte sich die Tesla-Aktie erstmal um mehr als zwei Prozent. Gegenüber tagesschau.de kam denn auch der Automobil-Analyst für die Norddeutsche Landesbank Frank Schwope zu dem Fazit: „Im Grunde verdient Tesla mit dem Verkauf von Autos immer noch kein Geld.“ (leb via AFP)

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