1. Startseite
  2. Wirtschaft

„Völkermord vertuschen“? Tesla erhält Gegenwind nach Showroom-Eröffnung in China

Erstellt:

Kommentare

Peking unterdrück in Xinjiang offenbar eine muslimische Minderheit. Nun hat Tesla-Chef Elon Musk genau dort ein neues Autohaus.

Washington/Peking - Der US-Elektroauto-Hersteller Tesla ist wegen der Eröffnung eines neuen Geschäfts in der chinesischen Region Xinjiang in die Kritik geraten. Menschenrechtlern und westlichen Regierungen zufolge unterdrückt Peking dort mit Hilfe von sogenannten Umerziehungslagern und Zwangsarbeit die muslimische Minderheit der Uiguren. China bestreitet dies.

Der republikanische US-Senator Marco Rubio kritisierte die Eröffnung von Teslas neuem Laden in Xinjiangs Hauptstadt Urumqi. „Staatenlose Firmen helfen der kommunistischen Partei Chinas, Völkermord und Versklavung in der Region zu vertuschen“, schrieb er auf Twitter.

US-Präsident Biden äußert sich zurückhaltend zu Tesla-Plänen

Eine Sprecherin von US-Präsident Joe Biden erklärte am Dienstag auf Nachfrage, sie wolle sich nicht zu einzelnen Firmen äußern. Die Regierung sei aber klar der Meinung, dass die Privatwirtschaft die „Menschenrechtsverletzungen und den Völkermord in Xinjiang“ ablehnen sollte. Firmen, die über Geschäfte in China zur Zwangsarbeit oder Menschenrechtsverletzungen beitrügen, würden zur Rechenschaft gezogen, warnte sie.

Die USA haben wegen der Situation in Xinjiang bereits Sanktionen verhängt und können auf Basis eines jüngst beschlossenen Gesetzes auch Importe von dort untersagen. Tesla unter ihrem Gründer Elon Musk hatte die Eröffnung des Ladens am 31. Dezember über die chinesische Social-Media-Plattform Weibo verkündet. Vor dem neuen Showroom in Urumqi hatte Tesla bereits Ladestationen in der Region installiert.

Tesla-Gründer Elon Musk im April 2021 im Gespräch mit Peter Diamandis in Cape Canaveral in Kalifornien.
Tesla-Gründer Elon Musk (Archivbild) © Xprize/Imago

Produktion in Xinjiang: Auch Volkswagen in der Kritik

Viele internationale Autohersteller sind seit langem in Xinjiang aktiv. Volkswagen betreibt dort sogar ein Werk, wofür der Autobauer in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten ist.

China ist für die Hersteller ein wichtiger Markt. Für internationale Unternehmen wird es zunehmend schwierig, im Spannungsfeld zwischen ausländischen Sanktionen und Menschenrechtsverstößen in China zu operieren. Erst kürzlich kündigte der US-Chiphersteller Intel an, keine Waren und Dienstleistungen aus Xinjiang mehr nutzen zu wollen. Auf starke Kritik und Boykottaufrufe aus China folgte jedoch umgehend eine Entschuldigung des Konzerns auf Weibo. (dpa/frs)

Auch interessant

Kommentare