Tesla-Chef Elon Musk: Der E-Autopionier will demnächst auch den Massenmarkt aufmischen.
+
Tesla-Chef Elon Musk: Der E-Autopionier will demnächst auch den Massenmarkt aufmischen.

Hupkonzert für den Konzern-Chef

Skurrile Hauptversammlung bei Tesla – Elon Musk will den Massenmarkt aufmischen

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
    schließen

Der Battery Day von Tesla hat im Vorfeld für reichlich Wirbel gesorgt. Den Hype hatte Konzern-Chef Elon Musk kräftig angeheizt. Jetzt ist klar: Der E-Autopionier drückt weiter aufs Tempo.

  • Der E-Autopionier Tesla hat am Dienstag seinen ersten Battery Day veranstaltet.
  • Konzernchef Elon Musk will den Druck auf die etablierten Hersteller weiter erhöhen.
  • Ein Top-Modell wartet demnächst mit Fahrleistungen auf wie ein Ferrari.

München – Die Hauptversammlung des E-Autopioniers Tesla* am Dienstag im kalifornischen Fremont hatte etwas Skurriles. Vorne stand Konzern-Chef Elon Musk im schwarzen T-Shirt am Mikro und sprach zu den Aktionären. Aber die hockten in diesem Jahr nicht auf ihren Stühlen, sondern saßen coronabedingt auf dem Parkplatz der Gigafactory in ihren frisch gewienerten Teslas und jubelten - via Autohupe.

Musk bot reichlich Anlass für gute Laune auf dem eher tristen Firmenparkplatz. Im laufenden Jahr werde das Unternehmen trotz „Pandemie, Feuerstürmen und einer Reihe von Produktionsproblemen um 30 bis 40 Prozent“ zulegen, versprach der Multi-Unternehmer und erntete das erhoffte Hupkonzert. Während die Pkw-Verkäufe weltweit um gut ein Drittel schrumpfen, wollen die Kalifornier bis Jahresende rund 500.000 Autos ausliefern. Das wären gut 36 Prozent mehr als noch vor Jahresfrist.

Tesla: Modell für den Massenmarkt

Doch auch mittelfristig will Tesla die Konkurrenz das Fürchten lehren. Bis 2023 werde man ein Auto für 25.000 Dollar am Start haben, kündigte Musk auf dem anschließenden Battery Day an. Das wären rund 13.000 Dollar weniger als Tesla für sein aktuelles Einstiegsmodell Model 3 aufruft und der endgültige Einstieg in den Massenmarkt.

Den erhofften Preissprung will Musk vor allem bei der Batterie reinholen. Nach den Plänen will Tesla künftig etwa auf eine Anode aus Silizium setzen. Silizium sei günstiger und leite Lithium besser, hieß  es. Außerdem soll die Herstellung der Elektroden künftig wegen einer Produktionsumstellung auf eine neues „trockenes“ Verfahren erheblich schneller werden.

Dazu will Musk schon bald weitgehend auf den Einsatz von Kobalt verzichten und stattdessen Nickel einsetzen. Das wäre günstiger. Außerdem gab es in der Vergangenheit immer wieder Berichte, wonach bei der Förderung von Kobalterz Kinderarbeit an der Tagesordnung ist. Diesen Vorwürfen müsste sich Tesla künftig nicht mehr aussetzen.

Tesla: E-Antrieb soll günstiger werden als herkömmlicher Verbrennungsmotor

Wenn alles so kommt, werde ein E-Antrieb in wenigen Jahren günstiger sein als ein herkömmlicher Verbrennungsmotor, kündigte Musk auf dem von vielen Investoren aufmerksam verfolgten Battery Day an.

Aber weil die vielen technischen Details selbst für eingefleischte Tesla-Fans schwere Kost waren, ließ Musk sicherheitshalber noch ein Werbevideo zu den neuesten Leistungsdaten des Model S einspielen. Dank eines neuen Antriebsstrangs soll die aufgebohrte Limousine künftig Tempo 320 erreichen und damit in der Ferrari-Liga mitrasen. Die Reichweite soll zudem von zuletzt rund 600 auf 860 Kilometer steigen. Ferrari-Fans schaffen mit ihren Boliden und einer Tankfüllung kaum die Hälfte.

*Merkur.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

Auch interessant

Kommentare