Tesla-Chef Elon Musk: Der kalifornische E-Autopionier hat am Mittwoch mit seinen Zahlen zum dritten Quartal die Erwartungen übertroffen.
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Tesla-Chef Elon Musk: Der kalifornische E-Autopionier hat am Mittwoch mit seinen Zahlen zum dritten Quartal die Erwartungen übertroffen.

E-Autopionier übertrifft Erwartungen

Tesla schafft fünften Quartalsgewinn in Folge – Kalifornier werden für Jahresend-Geschäft aber vorsichtiger

  • Thomas Schmidtutz
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Tesla bleibt auf Kurs. Von Juli bis September hat der E-Autobauer erneut schwarze Zahlen vorgelegt. Doch die größte Überraschung gab es bei den freien MIttelzuflüssen.

  • Tesla hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt.
  • Bei Umsatz und Gewinn übertraf das Unternehmen die Analysten-Schätzungen.
  • Doch bei einer Zielvorgabe für das Gesamtjahr zeigt sich das Unternehmen nun unerwartet vorsichtig.

Update vom 21. Oktober, 23.12 Uhr: Der E-Autopionier Tesla hat fünften Mal in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Im abgelaufenen dritten Quartal verdienten die Kalifornier unterm Strich 331 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss in Palo Alto mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte Tesla mit 143 Millionen Dollar kaum die Hälfte davon geschafft.

Auch beim Umsatz ging es mit einem Zuwachs von 39 Prozent auf 8,77 Milliarden Dollar deutlich nach oben. Zudem stiegen die freien Mittelzuflüsse (Free Cash Flow) kräftig auf knapp 1,4 Milliarden Dollar nach 371 Millionen im Vorjahr. Damit übertraf das Unternehmen die Markt-Erwartungen. Analysten hatten Tesla einen Umsatz von 8,2 Milliarden Dollar sowie einen Free Cash Flow von 237 Millionen Dollar zugetraut.

Zugleich bekräftigte das von Elon Musk geführte Unternehmen sein Ziel, im laufenden Jahr trotz Corona-Krise 500.000 Fahrzeuge auszuliefern. Von Januar bis September haben die Kalifornier rund 320.000 Autos abgesetzt. Damit müsste Tesla im Schlussquartal noch 180.000 Einheiten absetzen. Es sei aber schwieriger geworden, diese Marke zu erreichen, erklärte Tesla. Erst Ende September hatte Musk die Mitarbeiter zu einer Kraftanstrengung angetrieben, um die Zielvorgabe zu erreichen. Investoren bewerteten die Zahlen dennoch positiv. Nachbörslich lag die Tesla-Aktie gut vier Prozent im Plus.

Erstmeldung vom 21. Oktober, 17.02 Uhr: Wenn’s um Eigen-Werbung geht, setzt Tesla nach der Auflösung der eigenen PR-Abteilung ab sofort vor allem auf die Kraft der zwei Herzen: Elon Musk und seinen Twitter-Kanal. Aber der Tesla-Chef hat auf dem Kurznachrichten-Dienst auch eine riesige Fan-Gemeinde. 39,4 Millionen Menschen folgen dem Multi-Unternehmer auf dem sozialen Netzwerk.

Pünktlich zu den Quartalszahlen heute Abend nach US-Börsenschluss hat Musk für die neueste Tesla*-Errungenschaft getrommelt – natürlich auf Twitter. Danach liefert der kalifornische E-Autopionier ab sofort sein „FSD-Update“ aus. Hinter dem Full Self-Driving Beta steht die neuste Test-Version zum teil-automatisierten Fahren auf Highways und Landstraßen.

Tesla: Neues Update zum teil-automatisierten Fahren

Statt Sensoren, die ihre Umgebung nur zwei-dimensional erfassen, baut die neue Software jetzt dank der bord-eigenen Technik ein 3D-Bild zusammen. Damit soll die Fahrsteuerung künftig deutlich leistungsfähiger sein. Zum Start erhalten nur die allertreusten Tesla-Fans aus dem Early-Access-Programm die Software.

Zwar sind die Eckdaten zu den neuen Features noch unklar. Aber Beobachter erwarten, dass Teslas mit FSD nun Ampeln und Stopp-Zeichen erkennen und selbstständig abbremsen und wieder anfahren können. Außerdem dürften Teslas dank der Hightech-Software auch selbst die richtige Autobahn-Auf- und Abfahrt finden. So ganz ohne Menschen geht aber auch die schöne neue Autowelt noch nicht. Laut Tesla muss der Fahrer die Hände am Lenkrad behalten und jederzeit bereit sein, wieder die Kontrolle des Fahrzeugs zu übernehmen.

Tesla: Management muss sich kritischen Investoren-Fragen stellen

Bei den Quartalszahlen heute Abend dürften Investoren allerdings weniger auf den Entwicklungs-stand beim teil-automatisierten Fahren achten. Stattdessen dürften sie das Tesla-Management mit kritischen Fragen zum Thema Produktion löchern. Im laufenden Jahr will Tesla eigentlich 500.000 Autos produzieren. Doch nach den vor Wochenfrist vorab vorgestellten Zahlen sind von Januar bis September weltweit knapp 330.000 Fahrzeuge von den Tesla-Bändern gerollt. Damit müssten die Kalifornier im Schlussspurt noch mal 170.000 Einheiten drauflegen. Das wären 50.000 mehr als im bisherigen Rekordquartal. Kein Wunder, dass Analysten rätseln, wie die Kalifornier das schaffen wollen.

Zudem dürften Analysten die Entwicklung im operativen Geschäft unter die Lupe nehmen. Tesla hat zuletzt vier Quartale in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Allerdings gingen die zum Gutteil auf den Verkauf von CO2-Rechten zurück. Alleine im dritten Quartal dürfte gut die Hälfte des operativen Ergebnisses aus CO2-Deals kommen, schreibt etwa UBS-Analyst Patrick Hummel in einer aktuellen Studie. In der öffentlichen Diskussion geht das schon mal runter. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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