Elon Musk: Auf dem Battery Day gibt der Tesla-Chef einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Energiespeicher.
+
Elon Musk: Auf dem Battery Day gibt der Tesla-Chef einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Energiespeicher.

E-Autopionier lüftet den Schleier

Tesla: Fans fiebern Battery Day entgegen – Konzernboss Elon Musk sogar zu ungewöhnlicher Reaktion gezwungen

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
    schließen

Tesla trommelt seine Aktionäre am Dienstag zur Hauptversammlung zusammen. Anschließend gibt Konzern-Chef Elon Musk einen Überblick, wohin die Reise bei Batterien geht. Die Fans sind elektrisiert.

München – Wenn Tesla*-Boss Elon Musk öffentlich auftritt, sorgt das bei Marken-Fans schnell für Schnapp-Atmung. Doch der für heute Abend (Dienstag, 22. September) im Anschluss an die Hauptversammlung angekündigte Battery Day führt selbst auf der nach oben offenen Elon-Musk-Skala zu bislang ungeahnten Erregungszuständen. „Darth Vader nimmt vor der Fahrt zum Battery Day eine Dusche“, schreibt ein User und postet dazu ein Foto seines Teslas Model 3, das für die Fahrt ins kalifornische Fremont extra in der Waschstraße aufgehübscht wird. Eine andere Userin hat vor der Anreise ins vermeintliche Mekka des E-Autobaus eigens ihre Fingernägel schwarz lackiert und ein Tesla-Logo oben draufgesetzt.

Aber Elon Musk hat die Spannung im Vorfeld des ersten Batterie-Tags des E-Autopioniers zuletzt auch ordentlich geschürt. Viele „aufregende Dinge werden verkündet“, hatte der Multi-Unternehmer Mitte September via Twitter getrommelt und sicherheitshalber gleich noch ein Hochspannungszeichen hinten drangehängt.

An den Märkten sorgte die High-Voltage-Ankündigung für Kauflaune. Während die meisten Tech-Werte vor sich hin schwächelten, machte die Tesla-Aktie* innerhalb von vier Tagen rund 20 Prozent gut.

Zwischenzeitlich war die Euphorie um den Battery Day so groß geworden, dass Musk die Erwartungshaltung am Montag wieder zu dämpfen versuchte. Man werde Dinge zeigen, die die Produktion ab 2022 beträfen, twitterte Musk ungewöhnlich kleinlaut.

Tesla: Das könnte Elon Musk heute Abend präsentieren

Nun rätseln die Auguren, was der Tesla-Chef heute Nacht berichten könnte. Ein paar Dinge stehen dabei besonders im Fokus. Eine Übersicht:

Tesla: Batterie-Haltbarkeit

Möglicherweise könnte Tesla heute Nacht deutscher Zeit deutliche Verbesserungen bei der Haltbarkeit der Batterien ankündigen, schreibt etwa DZ-Bank-Analyst Matthias Volkert unter Verweis auf entsprechende Branchenberichte in einem aktuellen Report. Danach könnte die Lebensdauer künftiger Tesla-Energiespeicher bei einer Millionen Meilen liegen. Dies wäre „rund das Dreifache der heutigen Laufzeit“. Aktuell gewährt Tesla auf seine Energiespeicher eine Garantie von acht Jahren bzw. 160.000 Kilometer Laufleistung.

Allerdings erscheint die Eine-Million-Meilen-Vision auch sonst sehr ambitioniert. Denn selbst wenn die Akkus künftig umgerechnet die 1,6 Millionen Kilometer durchhalten würden, wäre das wohl erheblich mehr als der Rest des Autos verkraften würde.

Tesla: Batteriekosten

Dazu gibt es Spekulationen, dass es den Tesla-Entwicklern in nicht allzu ferner Zukunft gelingen könnte, beim Batterie-Preis je Kilowatt-Stunde die Marke von 100 Dollar zu unterbieten. Die DZ Bank versieht entsprechende Berichte jedoch mit einem Fragezeichen. Im Vorjahr lag der Preis für die Kilowatt-Stunde in der Branche im Durchschnitt noch bei gut 120 Dollar, 2018 waren es rund 150 Dollar.

Tesla: Energie-Dichte

Tesla ist sehr gut darin, mehr Energie im selben Batterie-Raum unterzubringen. Das ist wichtig, denn der Akku-Platz im Auto ist begrenzt. Wer mehr Energie aus dem gleichen Batterie-Volumen rausholt, macht im Kampf um die beste Reichweite das Rennen. Tesla schneidet hier hervorragend ab. Beim Tesla Model S schaffen Fahrer mit einer Ladung knapp 600 Kilometer. Zum Vergleich: Der Audi e-tron bringt es auf knapp 450 Kilometer.

Tesla: Neue Batterie-Deals

Tesla arbeitet bei der Produktion der Batterien eng mit Panasonic zusammen. Die Japaner liefern dabei die Batterie-Zellen, Tesla baut die Zellen dann etwa in seinem Werk bei Reno im US-Bundesstaat Nevada zu leistungsfähigen Batterien zusammen. Möglicherweise könnte Tesla-Chef Elon Musk heute Abend deutscher Zeit neben Panasonic einen weiteren strategischen Partner an Bord holen.

Außerdem spekulieren Branchenexperten im Zusammenhang mit dem geplanten Werk in Grünheide darüber, ob Musk heute Abend Einblicke geben könnte, wer die Batteriezellen für das künftige Werk in Brandenburg liefern könnte. Neben Panasonic kämen dabei wohl auch CATL oder LG Chem in Frage.

Tesla: Die Kobalt-Frage

Tesla will den Einsatz von Kobalt in Batterien verringern. Denn Kobalt ist teuer. Und bei dem vor allem im Kongo abgebauten Kobalterz ist Kinderarbeit an der Tagesordnung. Große Batteriezellen-Anbieter wie Panasonic oder CATL arbeiten daher mit Hochdruck an der Produktion von Kobalt-freien Batteriezellen. Möglicherweise könnte Tesla heute Abend ankündigen, mittelfristig komplett auf kobalt-freie Batteriezellen umzusteigen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Netzwerks.

Auch interessant

Kommentare