Elon Musk, Tesla-Chef, steht auf der Baustelle der Tesla Gigafactory und unterhält sich mit Journalisten. In Grünheide bei Berlin sollen ab Juli 2021 maximal 500 000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band rollen - dabei soll nach den Plänen des Autobauers so schnell wie möglich das Maximum erreicht werden.
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Tesla-Chef Elon Musk: Erst im September hatte der Multi-Unternehmer die Baustelle für die neue Gigafactory in Grünheide bei Berlin inspiziert.

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Tesla: Überraschungsbesuch – Elon Musk sucht Mitarbeiter in Brandenburg und tritt eine Lawine los

  • Thomas Schmidtutz
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Tesla-Boss Elon Musk weiß, wie Marketing geht. Am Freitag will er Top-Ingenieure für die neue Fabrik in Grünheide rekrutieren - vor Ort. Jetzt hagelt es Bewerbungen auf allen Kanälen.

  • Tesla baut in Grünheide bei Berlin ein komplett neues Werk.
  • Bereits im kommenden Sommer sollen die ersten Autos vom Band rollen.
  • Jetzt geht die Suche nach Top-Entwicklern los - und da überlässt Konzern-Chef Elon Musk nichts dem Zufall.

München – Bei der Suche nach herausragenden Entwicklern für sein neues Werk in Grünheide* bei Berlin erhält Tesla* jetzt Unterstützung von ganz oben. Am Freitag (6. November) will Tesla-Boss Elon Musk persönlich qualifiziertes Personal aussuchen. Das kündigte der Multi-Unternehmer am Donnerstag via Twitter an.

Er wolle „Top-Ingenieure für Giga Berlin einstellen! Werde die Interviews persönlich vor Ort führen. Bewerbungen bitte an 25Guns@Tesla.com schicken“, heißt es in dem am Donnerstagvormittag deutscher Zeit geposteten Tweet.

Tesla: Tweet von Elon Musk sorgt für kollektive Schnappatmung auf Twitter

Musks Ankündigung sorgt auf Twitter für kollektive Schnappatmung. Binnen Stunden erhielt die Nachricht rund 42.000 Likes. Einige User waren von der Job-Vision so berauscht, dass sie sogar ihre Lebensläufe online stellten. „Ich bin ein multi-disziplinärer Projektmanager mit Wirtschaftserfahrung und Ingenieurshintergrund“, trommelte ein User unter dem Musk-Post zur Gigafactory. Er wolle „Tesla bei seiner Mission helfen“, sei mit seinen Bewerbungen allerdings schon mehrfach abgelehnt worden.  „Kann ich mich trotzdem noch mal bewerben?“, fragte der User, gefolgt von seinem CV.

Ein anderer kündigte an, er würde notfalls auch auf ein monatliches Gehalt verzichten, wenn er in Aktien entlohnt würde. „Fürs Essen reicht das auf jeden Fall“, witzelte er in Anspielung auf die Kursentwicklung der Tesla-Aktie*. Alleine seit Jahresanfang hat das Papier knapp 370 Prozent zugelegt. Dazu kommen zahlreiche weitere Bewerbungen. So warb etwa ein Tesla-Fanboy mit Teslas Cybertruck im Header mit einem Foto seiner aktuellen Lektüre für sich. Titel: „Elon Musk – Tesla, SpaceX und die Suche nach einer großen Zukunft.“

Tesla: Panini-Grill fürs Handschuhfach

Auch der Nachwuchs läuft sich auf Twitter warm. „Hey Elon, ich studiere derzeit noch Informatik, bitte stell mich ein!!!!! Ich würde wahnsinnig gerne für Tesla arbeiten!“, bettelt der Belgier Alexander Vanlacker.

Außerdem gibt es jede Menge mehr oder weniger aussichtsreiche Entwicklungsvorschläge für den E-Autopionier. Ein User hätte „ein paar sehr gute Ideen“, die er einbringen könnte, „wie zum Beispiel einen Panini-Grill fürs Handschuhfach“. Ein anderer wünscht sich einen Campingbus von Tesla mit „300 bis 500 Meilen Reichweite und ausziehbarem Tisch und Bett. Das wäre wundervoll“.

Andere User halten es dagegen für ungerecht, dass Musk nach aktuellem Stand wohl nur in Grünheide nach Personal sucht. Es gebe, erinnert ihn ein Twitterer, doch Reisebeschränkungen. „Ich hoffe, Sie vergessen nicht die großartigen Ingenieure in den Nachbarländern“.

Allerdings dürften die Erwartungshaltungen von Musk und einigen Bewerbern nicht immer völlig deckungsgleich sein. So wirbt ein Norweger unter einem wohl nicht ganz ernst gemeinten Tweet für die Top-Entwickler aus seinem Land. „Wir haben Tausende von qualifizierten Ingenieuren in der Ölindustrie, die sich (wegen der Energiewende, d.Red.) bald neue Jobs suchen müssen. Wichtig wäre halt eine 37,5 Stunden-Woche“. Musk ist berüchtigt für seine knallharten Vorstellungsgespräche und seine Ansprüche ans eigene Personal. 80 Stunden pro Woche sind bei Führungskräften der Kalifornier eher die Regel denn die Ausnahme. Musk selbst soll es wöchentlich eher auf 120 Stunden bringen.

Andere meinen es mit ihrer Kritik dagegen bierernst. „Vorstellungsgespräche für den nächsten Tag ankündigen: Glauben Sie, dass Sie so Top-Talente finden können? Ich bin kein Ingenieur“, mault ein User, „aber auf meinem Gebiet unter den Besten und ich habe noch nie auf diese Art von Trash geantwortet.“ *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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