Ein Tesla Model X steht vor einem Verkaufsgeschäft und Service-Center des Herstellers für Elektrofahrzeugen, Tesla.
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Ein Tesla-Service-Center in Deutschland.

Elektroautobauer mit Visionen

Tesla: Aktie, Elon Musk und die wirtschaftliche Entwicklung - alle Infos zum E-Autobauer aus Palo Alto

Tesla entwickelt sich unter CEO Elon Musk zum wertvollsten Automobilkonzern der Welt und sorgt mit geschäftlichen Leistungen und am Aktienmarkt für Aufsehen.

  • Tesla ist ein international bekannter Hersteller von E-Autos.
  • Tesla-Chef Elon Musk twittert regelmäßig Nachrichten, die den Börsenkurs beeinflussen.
  • Der E-Auto-Bauer ist seit dem Börsengang stark gewachsen.

Tesla ist ein US-amerikanischer Hersteller von Elektroautos und Anlagen zur Stromspeicherung und für Photovoltaik. Die Gründung des Unternehmens mit Hauptsitz in Palo Alto fiel ins Jahr 2003, der Börsengang erfolgte 2010. Als Mission der Firma beschrieb der Konzernchef Elon Musk das Vorhaben, nachhaltigen Transport durch die Produktion von Elektroautos für den Massenmarkt voranzubringen. Das Unternehmen gab im Jahr 2014 von ihm gehaltene Patente frei. Die Entwicklung von Elektrofahrzeugen sollte damit gestärkt werden.

Als ersten Wagen aus eigener Herstellung präsentierte das Unternehmen im Jahr 2006 den Tesla Roadster zum noch nicht massentauglichen Preis von über 100.000 Euro und verkaufte 2.250 Exemplare. Das Auto war das erste Serienfahrzeug mit Elektroantrieb und Lithium-Ionen-Batteriesystem. Es hatte eine Reichweite von 500 Kilometern.

Im Juli 2020 bot der E-Auto-Hersteller für den deutschen Markt folgende Modelle an:

  • Model 3: Mittelklasse-Limousine
  • Tesla S: Oberklasse-Limousine
  • Tesla X: SUV/Van-Crossover
  • Tesla Y: (Produktion ab 2021)
  • Roadster (Bauform 2020, vorbestellbar)

Das Unternehmen produziert an weltweit mehreren Standorten. Ab 2021 soll auch Grünheide in Brandenburg nahe Berlin Standort einer Tesla Factory sein.

Tesla: Gründung und der Einstieg von Elon Musk

Elon Musk ist kein Gründer von Tesla, der Ursprung des Elektroauto-Pioniers geht auf andere zurück. Im Jahr 2003 gründeten die Softwareentwickler Martin Eberhard und Marc Tarpenning das Unternehmen, um Elektroautos zu produzieren. Sie hatten das erste elektronische Lesegerät Rocket E Book entwickelt und im Jahr 2000 für 187 Millionen Dollar verkauft. Sie suchten Investoren. Elon Musk investierte zusammen mit seinem Geschäftspartner Brian Straubel 27 Millionen Dollar. Musk war zuvor am Bezahldienst PayPal beteiligt. Als Hauptinvestor übte er bei Tesla ein umfangreiches Mitspracherecht bei der Entwicklung des Elektroautos aus.

Technische Fragen wie die Sicherheit der Batterien und das Design der Karosserie ohne Motor waren wichtige Fragen. Das Tesla-Team setzte auf die Lizensierung der Elise-Plattform des britischen Sportwagenherstellers Lotus, um die Entwicklung zeitlich und finanziell voranzubringen. Ergebnis war im Jahr 2006 der Roadster. Im Jahr 2008 verließen Martin Eberhard und Marc Tarpenning den Elektroauto-Pionier. Angeblich soll Musk sie zum Ausscheiden veranlasst haben. Eberhard gab 2017 in einem Interview an, keinen Kontakt mehr zu Musk zu haben.

Wirtschaftliche Entwicklung von Tesla: vermeintlicher Börsenrückzug und schwarze Zahlen

Im Jahr 2008 stand Tesla kurz vor dem Konkurs. Der Investor Dibalog und weitere Investoren unterstützen die junge Firma erfolgreich. Der Börsengang folgte im Jahr 2010, eine Unternehmensaktie war 15 Euro wert. Im Jahr 2012 befand sich das Unternehmen erneut in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Angeblich stand der Verkauf an Google fest. Der Absatz der Fahrzeuge steigerte sich jedoch und der Verkauf blieb aus.

Der Automobilhersteller Daimler verkaufte seine Tesla-Anteile im Jahr 2014 vollständig, Toyota teilweise.

Im Juni 2018 fiel die Tesla-Aktie um über 10 Prozent. Elon Musk kündigte im August 2018 über Twitter einen überraschenden Börsenrückzug des Unternehmens mit angeblich gesicherter Finanzierung an. Der Aktienkurs stieg und Musk widerrief nach Rückmeldungen von Aktionären den Börsenrückzug. Daraufhin erfolgte eine Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC. Tesla und Musk mussten eine Strafe von 20 Millionen Dollar zahlen. Musk musste für drei Jahre von seinem Posten als Chairman zurücktreten.

Bis 2019 gelang es dem Konzern nicht, einen Jahresgewinn zu erwirtschaften. Dann schrieb er das erste Mal seit der Gründung über zwölf Monate schwarze Zahlen: vom dritten Quartal 2019 bis zum zweiten Quartal 2020. Im Juli 2020 belief sich Teslas Börsenwert auf 300 Milliarden Dollar. In diesem Zusammenhang wies dieser Tweet auf die deutsche Automobilwirtschaft und ihren Aufholbedarf in der Digitalisierung hin.

Die Werke von Tesla und der Neubau in Berlin
Tesla betreibt mehrere Gigafabriken. Die Werke befinden sich in verschiedenen Ländern weltweit:

  • die Gigafactory 1 in Reno, Nevada (seit 2016)
  • die Gigafactory 2 in Buffalo, New York (Betrieb seit 2017)
  • die Gigafactory 3 in Shanghai, China (Im Jahr 2018 gründete der Elektroautobauer das Tochterunternehmen Tesla Shanghai und errichtete das Werk vor Ort.)

Bei der Gigafactory 2 handelt es sich um eine Photovoltaikfabrik. Die Räumlichkeiten für die Produktion hat SolarCity, eine Unternehmenstochter, gemietet. Die Belegschaft der Tesla-Fabrik montiert gemeinsam mit Panasonic Photovoltaikmodule. Im April 2020 passten die beiden Unternehmen den Vertrag über die Abnahme von Batteriezellen an.

Im niederländischen Tillburg ist der Konzern mit einem Montagewerk vertreten. Hier werden Tesla-Fahrzeuge für den europäischen Markt gefertigt. Die Herstellung läuft nach dem CKD-Prinzip. Die Abkürzung CKD steht für Completely Knocked Down. Komponenten und Baugruppen werden geliefert und für den europäischen Markt zusammengesetzt.

In Grünheide in Brandenburg errichtet das Unternehmen einen Neubau, den Elon Musk auch als Gigafactory Berlin oder kurz „Giga Berlin“ bezeichnet. Das Werk soll 2021 den Betrieb aufnehmen. Tesla plant für Grünheide 12.000 neue Stellen. Wie die Arbeitsbedingungen aussehen werden, ist unklar, aber in US-amerikanischen Werken des Konzerns scheiterten bislang alle Versuche, eine Gewerkschaft zu bilden.

Tesla: Modelle vom Roadster bis zum Cybertruck

Mit dem Tesla S, dem Model 3, dem Tesla X und dem in den USA seit März 2020 erhältlichen Tesla Y komplettiert der Elektroautobauer seine Modellreihe aus der Gigafactory. Elon Musk erklärte, die Buchstaben der Wagennamen sollten ursprünglich das Wort „sexy“ ergeben, angelehnt an den gleichnamigen Song der Popgruppe Right Said Fred. Beim „E“ wechselte Tesla auf die „3“, da das Automobilunternehmen Ford über die Namensrechte an „Model E“ verfügte.

Der Tesla S ist eine Sportlimousine mit fünf Sitzen und zwei optionalen Kindersitzen, der Akku hält über bis zu 632 Kilometer. Beim Tesla 3 handelt es sich um ein Mittelklasse-Modell mit zwei möglichen Akku-Varianten: für 350 beziehungsweise 500 Kilometer Reichweite. Der Tesla X verfügt als SUV-Van-Crossover über einen Allradantrieb und Sitzplätze für sieben Personen. Er hat eine Reichweite von 507 Kilometern. Bei dem Tesla Y handelt es sich im einen Elektro-SUV mit fünf Sitzplätzen und einer Reichweite von 505 Kilometern. Der Wagen soll in der Tesla Factory Grünheide gefertigt werden. Weitere Modelle sind der Tesla Roadster, der E-Sattelzug Tesla Semi sowie der Tesla Cybertruck, ein robuster E-Pick-up mit Luftfahrwerk.

Tesla unterwegs: Autopilot und Supercharger

Die Modelle von Tesla verfügen über ein Autopilot-System. Im Jahr 2016 kam es erstmalig zu einem tödlichen Unfall, als die Vorrichtung aktiviert war. Ein Tesla S raste unter einen Lkw und der Fahrer kam ums Leben. Die weiße Seitenfläche des Lasters wurde durch das System offenbar falsch interpretiert. In der Folge kam es zu weiteren Unfällen. Das Unternehmen führte an, dass die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls unter Nutzung des Autopiloten zehnmal geringer sei als der Durchschnitt.

Der Elektroautobauer betreibt ein eigenes Netz mit Ladestationen, die sogenannten Tesla Supercharger. An den Schnellladestationen können die Fahrer der E-Auto-Modelle die Traktionsbatterien so aufladen, dass sie die nächstgelegenen Supercharger erreichen. Mit dem Ausbau des Netzes begann das Unternehmen im Jahr 2012. Ursprünglich luden die Stationen Akkus bis maximal 90 Kilowatt. Seit dem Jahr 2019 verbaut Tesla Ladetechnologie mit einer Leistung bis zu 250 Kilowatt. Der Hersteller der Elektroautos bietet je nach Modell und Markt unterschiedliche Konditionen beim Laden am Supercharger von kostenloser bis kostenpflichtiger Nutzung.

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