Eine Tesla-Limousine Model S70 steht bei einem Tesla-Händler. Der US-Elektroautobauer Tesla erreicht mit dem Einzug in den Börsenindex S&P 500 einen weiteren Meilenstein.
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Tesla Model S70: Dem E-Autopionier droht wegen seiner zentralen Steuerungseinheit ein millionen-schwerer Rückruf.

Wichtige Baureihen betroffen

Tesla-Sorge: E-Auto-Pionier droht Mega-Rückruf

  • Thomas Schmidtutz
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Tesla surft an der Börse auf einer Erfolgswelle. Doch das rasante Wachstum hat seinen Preis. Weltweit klagen Marken-Fans über Qualitätsmängel. Jetzt droht dem Konzern Ärger mit den US-Behörden.

  • Der E-Autopionier Tesla ist zuletzt rasant gewachsen.
  • Aber das rasante Tempo hat seinen Preis. Viele Marken-Fans klagen über Qualitätsmängel.
  • Nun nimmt die US-Behörde für Verkehrssicherheit das Unternehmen ins Visier.
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München- Der E-Autopionier Tesla* wird an der Börse gefeiert wie kaum ein anderes Unternehmen. Erst am Dienstag hat die Tesla-Aktie* mit 547 Dollar ein neues Allzeithoch erreicht. Der Höhenflug ist durchaus erstaunlich, denn die selbstbewussten Kalifornier kämpfen seit langem mit teils gravierenden Qualitätsproblemen.

Weltweit verlieren immer mehr Tesla-Fahrer daher die Geduld. Erst vor wenigen Wochen haben sich etwa frustrierte Marken-Fans in den Niederlanden zusammengetan und die Webseite Teslaclaim.nl eingerichtet. Man wolle Schadenersatz von dem Unternehmen, hatte Teslaclaim-Anwalt Sieger Suurbier unter Verweis auf weit verbreitete Mängel wie kaputte Beleuchtungen, abnehmbare Zierstreifen oder Ladeprobleme Merkur.de* erklärt.

Tesla: US-Behörde nimmt E-Autobauer ins Visier

Nun droht dem Unternehmen um seinen schillernden Chef Elon Musk auch auf dem Heimatmarkt massiver Ärger – und zwar mit der US-Bundesbehörde für Straßenverkehrssicherheit (NHTSA). Man habe eine offizielle Untersuchung zur Funktionsfähigkeit der Media Control Unit (MCU) eingeleitet, teilten die Aufseher vor wenigen Tagen mit. Die MCU ist die zentrale Steuereinheit. Die Einleitung einer offiziellen Untersuchung gilt als zentrale Voraussetzung für eine Rückruf-Aktion.

Tesla: Fehlerquote von 30 Prozent

In den vergangenen Jahren hatte es bei Tesla wiederholt massive MCU-Ausfälle gegeben. In manchen Monaten habe die Ausfallrate 30 Prozent betragen, bemängelte die NHTSA. Insgesamt könnten rund 160.000 Fahrzeuge der Baureihen Model S und Model X aus den Jahren 2012 bis 2018 von dem Fehler betroffen sein, hieß es. Tesla selbst hat die MCU bereits in bislang 15.000 Schadensfälle eingeräumt.

Die Probleme reichten dabei vom Ausfall des Gebläses zur Beseitigung beschlagener Scheiben über defekte Rückfahrkameras bis zum Komplett-Ausfall des zentralen MCU-Touchscreens. Zudem führe ein Defekt der MCU häufig auch zum Ausfall der Ladefunktion.

Die Schwierigkeiten gehen im Kern offenbar auf den eingesetzten MCU-Flashspeicher zurück.  Dort werden in regelmäßigen Intervallen Systemberichte abgelegt. Wenn der Speicher voll ist, werden ältere Dateien automatisch überschrieben. Allerdings ist das System nicht allzu stabil. Bereits nach mehreren Zyklen gibt der Flashspeicher häufig den Geist auf. Auch mehrere System-Updates durch die Tesla-Ingenieure konnten daran nichts ändern. Ein Austausch der MCU kostet rund 2500 Dollar. Viele Kunden reagierten entsprechend verärgert.

Tesla: Konzern droht kostspieliger Rückruf

Nun könnten die Kalifornier, die derzeit auch ein Werk* in Grünheide bei Berlin bauen, von der Aufsicht zu einem Rückruf verdonnert werden – samt MCU-Austausch. Schlimmstenfalls drohen dem Konzern damit Kosten von gut 400 Millionen Dollar. Doch angesichts eines Börsenwerts von rund 520 Milliarden Dollar könnte Tesla auch das wohl locker verschmerzen. *Merkur.de ist Teil des Ippen Digital-Netzwerks.

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