Tesla Model 3: Der E-Autopionier entwickelt einen speziellen Radar-Sensor für die Rückbank.
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Tesla Model 3: Der E-Autopionier entwickelt einen speziellen Radar-Sensor für die Rückbank.

Zulassungsantrag

Tesla entwickelt Sensor: Er könnte das Leben von vielen Kindern retten

  • Thomas Schmidtutz
    VonThomas Schmidtutz
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Der kalifornische E-Autopionier Tesla hat jetzt einen Zulassungsantrag für einen speziellen Sensor gestellt. Die Technologie könnte vielen Kindern künftig das Leben retten. 

  • Tesla sorgt mit seinen E-Autos in der Branche für Furore.
  • Jetzt hat das Unternehmen die Genehmigung für einen neuen Sensor beantragt.
  • Er soll das Leben von Kindern sicherer machen.

München - Meldungen von Eltern, die in der schlimmsten Mittagshitze ihre Kinder auf dem Rücksitz vergessen, gehören leider zum Sommer. Der E-Autobauer Tesla* will das in seinen Fahrzeugen* künftig verhindern - mit einer Art „Achtung-Kinder-auf-der-Rückbank-Sensor“.

Das geht aus einem Antrag hervor, den das Unternehmen aus dem kalifornischen Palo Alto jetzt laut Medienberichten bei der US-Telekommunikationsbehörde FCC eingereicht hat. Danach will Tesla* um seinen schillernden Chef Elon Musk* spezielle Radarsensoren im Millimeterwellen-Bereich einsetzen, um zu erkennen, ob auf der Rückbank Kinder sitzen.

Tesla will mit Radar-System Kindern helfen

Tesla zufolge biete das Radarsystem zahlreiche Vorteile gegenüber Alternativen wie etwa kamera-gestützten Technologien oder reinen Sitzsensoren. So könne der Radar-Sensor Kinder von Gegenständen unterscheiden und reduziere so die Anzahl von möglichen Fehlalarmen. Außerdem funktionierten die Sensoren auch, wenn die Kleinsten zugedeckt seien, heißt es in dem Zulassungsantrag bei der FCC, die der deutschen Bundesnetzagentur vergleichbar ist. Das Unternehmen baut derzeit sein erstes europäisches Werk in Grünheide bei Berlin und greift damit die deutschen Autobauer VW, BMW und Mercedes-Benz auf ihrem Heimatmarkt frontal an.

Ähnliche Zulassungsanträge hatten zuvor bereits die Google-Muttergesellschaft Alphabet sowie der Autozulieferer Valeo gestellt. Viele Unternehmen setzen auch bei der Entwicklung des autonomen Fahrens auf die Technologie.

USA: Alleine 2018 und 2019 starben 50 Kinder den Hitzetod im Auto

Nach Daten der US-Behörden waren 2018 und 2019 alleine in den USA insgesamt 50 Kinder in überhitzten Autos zu Tode gekommen, rund die Hälfte von ihnen, weil sie von Erwachsenen im Auto vergessen worden waren.

Auch in Deutschland gibt es immer wieder Meldungen, wonach Eltern ihre Kinder auch bei Hitze im geparkten Auto lassen. Erst Mitte August hatte ein entsprechender Fall in Niedersachsen für Schlagzeilen gesorgt. Dabei hatten die Eltern ihre zweijährige Tochter in Bückeburg im Landkreis Schauburg vergessen. Passanten hatten das weinende Mädchen im Auto entdeckt und die Polizei gerufen. Die Eltern hätten der Polizei nach dem Vorfall gesagt, ihre Einkäufe in die Wohnung gebracht und ihr Kind im Auto vergessen zu haben.

In Belgien hatte im vergangenen Jahr der Fall eines Soldaten für Schlagzeilen gesorgt. Der 31-jährige Vater wollte seine Tochter auf dem Weg zur Arbeit in einer Krippe in Brüssel abgeben, hatte das sechs Monate alte Mädchen aber vergessen und seinen Wagen in praller Sonne geparkt. Als er am Abend zurückkehrte war die Kleine tot.

In den sozialen Netzwerken war die Empörung damals groß. Der Tod des Mädchens hatte auch eine Debatte über die Einführung technischer Lösungen geführt.

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