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Frank Thelen wurde als Investor von „Die Höhe der Löwen“ bekannt. 

Gewagte Prognose

Frank Thelen provoziert mit Schock-Vorhersage zu Tesla, BMW und VW

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Mit einer aufsehenerregenden Prognose erregt Vox-Promi Frank Thelen die Gemüter von Autofans. Bei einigen löst er damit regelrecht Empörung aus. 

  • Der Investor und ehemalige Vox-TV-Star Frank Thelen glaubt an den Elektroauto-Hersteller Tesla. 
  • In einem Handelsblatt-Gastbeitrag wagte er nun eine extreme Prognose. 
  • Dafür bekommt er kräftigen Gegenwind im Netz.

Frank Thelen wagt sich weit aus dem Fenster: Tesla werde BMW und VW bedeutungslos machen

Wolfsburg/München - Der Unternehmer Frank Thelen (44) wurde als Juror und Investor in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ einem Millionen-Publikum bekannt. Mittlerweile ist er aus der Vox-Sendung ausgestiegen. Derweil ist er ein gefragter Experte und Talk-Gast geworden, wenn über die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland diskutiert wird - insbesondere was die Start-up-Digitalbranche angeht. 

Nun durfte er als Experte im Handelsblatt eine Prognose über den Elektroauto-Hersteller Tesla abgeben. Die Steilvorlage nutzte Thelen zu einer sehr gewagten Vorhersage: „Meine Prognose ist, dass Tesla schon sehr bald seine Marktkapitalisierung verdoppeln wird und VW und BMW bedeutungslos werden.“ 

Thelen begründet seine für die deutsche Autoindustrie vernichtende Prognose damit, dass Tesla die Bedeutung von Daten begriffen habe, vor allem für das autonome Fahren. Zudem habe Tesla schlanke Produktionswege aufgebaut. 

Video: Bahnbrechende Technik lässt Tesla im Auto-Pilot fahren

Schon 2016 habe er in einem Interview mit dem Business Insider prophezeit, dass die deutsche Autoindustrie nicht mit Tesla mithalten könne, wenn man nicht konsequent in neue Technologien investiere. Diese Chance habe sie inzwischen verpasst. Als Deutscher sehe er schwarz für die hiesige Autoindustrie und damit den ganzen Wirtschaftsstandort. Thelen ist bekannt dafür, die deutsche Unternehmenskultur als zu verschlafen und zu bequem zu kritisieren.

Lesen Sie auch: Tesla an der Börse erstmals mehr wert als Volkswagen

Heftiger Gegenwind für Tesla-Vorhersage: Thelen kommentiert auf Instagram mit

Im Kommentarbereich der Instagram-Seite des Handelsblatts bekommt Thelen für seine provokante These reichlich Gegenwind. Was überrascht: Er liest mit, kommentiert auch selbst - und lässt es sich nicht bieten, im Netz beschimpft zu werden. 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Die deutsche Autoindustrie wird im Duell mit Tesla abgehängt, findet Investor Frank Thelen. Bitkom-Präsident Achim Berg sieht das anders: Es sei kein Naturgesetz, dass Digitalisierung Traditionsunternehmen in den Abgrund führt. Er verweist auf die globale Datenplattform „Here“ der deutschen Autoindustrie, eine „in Mobilitätsfragen derzeit einzigartige Intelligenz“. Außerdem könne kein Tesla ohne Bauteile deutscher Zulieferer aus der Werkshalle fahren und Teslas Produktionszahlen liegen weit hinter dem Giganten Volkswagen. . Doch Tesla habe begriffen, wie wichtig Daten in der Industrie sind, vor allem für das autonome Fahren. Außerdem sei die Produktion des Elektroautobauers agil und schlank, schreibt Frank Thelen unter anderem in seinem Gastbeitrag für das Handelsblatt. . Mehr zur Meinung von Thelen und Berg zu Tesla und der deutschen Autoindustrie lesen Sie in ihren Kommentaren. Wir haben sie in unserer Instagram Story verlinkt. Unter dem Hashtag #hbprocontra finden Sie das Zitat zum Thema von Achim Berg. . Grafik & Post: @izintothewild . #handelsblatt #tesla #vw #audi #porsche #elektromobilität #frankthelen #achimberg @frank_thelen

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Ein User poltert: „Thelen hat weder Ahnung von Technologie noch vom Aktienmarkt. Es ist ein Schauspieler, der von Vorträgen wegen seines Images als ach so hipper und cooler Investor lebt. Selbstverständlich ist diese Aussage absoluter Unsinn und Schwachsinn, so wie alles von ihm.“ Thelen entgegnet mit Ironie: „Danke für Deine sachdienlichen Hinweise.“

Doch es gibt auch sachliche Kritik an der Tesla-Vorhersage. „Ich glaube da verschätzt sich Herr Thelen gewaltig. VW investiert Milliarden in Digitalisierung und zukünftige Antriebe. Die Zukunft ist noch nicht entschieden. Für VW dürfte es leichter sein, auf Dauer günstige Fahrzeuge in hoher Stückzahl zu produzieren als für Tesla“, analysiert ein Instagram-Nutzer. 

Ein anderer empfiehlt Thelen einen Besuch in Wolfsburg: „Herr Thelen sollte mal einen Termin bei den VW-Kollegen in der Forschung machen. Autonomes Fahren, Digitalisierung, Elektrifizierung - alles Themen, die im Konzern schon lange laufen. “

Video: Bahnbrechende Technik - so funktioniert der Auto-Pilot von Tesla

Thelen geht auch auf einige dieser sachlichen Kommentare ein. Etwa als ein User hinterfragt, was denn wäre, wenn BMW und VW für das autonome Fahren eine Kooperation mit Google eingehen. Hier informiert der Unternehmer: „Google hat (außer US Waymo) keine relevanten Daten. Zur Aufklärung: Maps und Selfdriving haben nichts miteinander zu tun.“

mag

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Kommentare

domino2Antwort
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Nein, sie stehen nicht alleine da, aber Deutschland überschätzt seinen Einfluss extrem. Die Hersteller kriegen nun ihre Rechnung für ihren Dornröschenschlaf.
Wenn man Argumente liefert, sollte man sich auf den Artikel beziehen. Da interessiert es erst mal nicht, ob irgendjemand die Welt verbessert. Vor Ort ist es sicher besser und wie gesagt, gibt es auch mit Oil eine ganze Kette an Schweinereien. Gleiches zum Thema Si-Halbleitern in der Unterhaltungselektronik oder zum Thema seltene Erden.
Es gibt ja zum Glück noch anderes als Tesla und bald noch mehr Auswahl. Aber bei Thelen geht es um Fortschritt und bsp. um fehlendes Knowhow in der Softwareentwicklung. Die alten Hersteller haben immer die agile Softwareentwicklung immer noch nicht im Griff, wie man aktuell auch an id3 sieht. Es geht also weder um das Thema Brand, noch darum, ob Ihnen ein EV oder gar Tesla gefällt. Es geht um Technologien, deren Gartner Hype und dessen Wandel. Natürlich kann man dann wie Sie sich einzelne Dinge rauspicken und darauf herumreiten. Das hilft jedoch nicht. Der globale Markt ist auch so vorhanden und Deutschland darf sich dem anpassen, wie es die grossen Hersteller aus D auch bereits in Asien tun. Aber neben AI, Robotik und sonstigem Sparwahnsinn dürfen die Hersteller nun halt noch mehr sparen und wer darf es ausbaden? Die Mitarbeiter dort und bei den Zulieferern, anstatt dass man umschult und sich den Trends und Bedürfnissen anpasst. Natürlich ist auch Interesse da, zu kontrollieren und abzuzocken, aber sich neuen Technologien zu verweigern und sich so daneben zu verhalten, ist einfach peinlich https://youtu.be/wSklSKRkIpk darüber lacht die Welt genau so wie über das Theater mit der Gigafactory 4 oder dem Flughafen BER.
Deutschland hat ja auch immer noch Edge aus 2002/2003 und kriegt nicht mal ein flächendeckendes LTE-Netzwerk hin. Warum wohl? Und dabei wird immer auf die anderen gezeigt, anstatt den eigenen Hintern mal hochzubekommen und wieder an der Front mitzureiten.
Und um nochmals auf das Thema "Welt verbessern" zurückzukommen. Es werden noch viel mehr Themen als NOx oder CO2 kommen. Bsp. Microplastik und da werden die schweren Elektroautos nicht gut wegkommen. Aber ifo-studien aus 2017 und auch darauf aufbauende Studien wurden längst wiederlegt, was CO2 und graue Energie angehen. Selbst ein EU-Strommix ist da besser und alle anderen Länder, die bsp. weniger Kohlekraftstrom als D einsetzen, sehen sowieso besser aus. Aber auch so ist es noch besser an einem Ort kontrolliert zu "verbrennen" als mio fach in jedem Auto, wo nur mittels obd-Schnittstelle ev. mal gefälschte Daten ausgelesen wird. Und wer bezahlt die Kosten für die Abgasskandale. Nicht die tollen deutschen Hersteller, sondern der Käufer und zwar gleich mehrfach durch den Wertverlust der Fahrzeuge.
Aber wie gesagt, bei Frank Thelen geht es primär um Knowhow und Technologien. Bsp. dass man nicht einfach einen Verbrenner nehmen sollte und ein Akkupack in den "Motorraum" packen soll und gut ist. Wasserstoff hat viel Potenzial, aber erst wenn Dinge wie die Elektrolyse geklärt sind, Tankstellen nicht mehr bis Faktor 10 von Schnellladern kosten, wenn die Autos nicht so oft wie heute gewartet werden müssen, das Tanken nicht so teuer ist und das Tankstellennetz ausserhalb von D auch annähernd vorhanden ist .
Dann lade ich lieber flexibel an jeder Ecke, wenn das Auto eh herum steht. Bis dahin wird Wasserstoff nur eine Randerscheinung bleiben und auch dann erst einmal nur bei Schwerlastfahrzeugen.

FelumiAntwort
(0)(0)

Wo bitte ist für Sie das Problem wenn man mehrere Gegenargumente bei einem Thema hat. Sie sind ja mit ihren Aussagen auch sehr wenig konkret. Ich stehe mit meiner Meinung sicherlich nicht alleine da wie sie behaupten „einige wenige“. Grundsätzlich habe ich ganz und gar nichts gegeben E-Autos, im Gegenteil, die Leistung finde ich sogar beeindruckend. Was mich stört ist dieser Hype und dass die meisten Menschen wirklich glauben sie verbessern die Welt und sind ein Besserer Mensch wenn sie mit Einem E-Auto bzw. Einem Tesla rumfahren.

domino2Antwort
(0)(0)

Immer süss, wenn man ein Argument liefert und kaum gibt es dazu nix mehr zu sagen, hüpft man direkt zum nächsten. Es ist doch okay, wenn Sie nicht EV-Fahrer werden. Die Meinung von ein paar Einzelnen interessiert den globalen Markt nicht.
Informieren Sie sich doch einmal bei Verbrennern über die gesamte Kette. Produktion und Transport des Oils, Zusatzaufwände durch die viele Anzahl Bauteile. Seltene Erden sind dort ebenso vertreten. Zündkerzen, Katalysatoren, el. Sitze uvm.
Entsorgung ist ein ganz anderes Thema als bei Verbrennern, aber das ist eben das Problem, wenn man nur Entsorgung und kein Refurbishment kennt. Und sie finden es langweilig, schreiben Sie weiter unten. Daran ändert auch ein Wasserstoff-Fahrzeug nix. Und dort sprechen wir aktuell lieber noch gar nicht über das Versorgungsnetz EU-Weit, "Umweltbilanz" (wie Sie es nennen). Und ich schleppe lieber eine als zwei Antriebstechniken mit mir herum. Weniger Fehleraafälligkeit und keine hohe Wartung wie bei einem Wasserstoffauto. So viel auch zum Thema Gewicht.