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Tesla: Beim Gewinn je Fahrzeug ist weltweit nur ein Hersteller besser - und der kommt aus Deutschland

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Von: Markus Hofstetter

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Ein Tesla Model 3 wird an einem Supercharger aufgeladen
An jedem verkaufen Model 3 soll Tesla rund 9000 Dollar verdienen © Mark Reinstein/imago

Bei Tesla greifen die Größenvorteile in der Produktion immer besser. Deswegen kann der US-Hersteller pro Fahrzeug einen Gewinn einfahren, von dem viele andere nur träumen können.

München - Einst wurde Tesla* von den alteingesessenen Autoherstellern belächelt. Doch die Zeiten sind vorbei. Der US-Elektroautobauer hat sich unter CEO Elon Musk* zu einem Vorreiter entwickelt, und das nicht nur technologisch. Auch wirtschaftlich scheint Tesla den meisten seiner Konkurrenten zu enteilen.

Das Onlinemagazin Efahrer hat anhand von Teslas Geschäftszahlen berechnet, wie viel der Autobauer pro Fahrzeug verdient. Demnach sind im dritten und vierten Quartal 2021 die Produktionskosten pro Fahrzeug (COGS Cost of Goods Sold) auf rund 36.000 Dollar gesunken. Das sind umgerechnet rund 31.400 Euro (Stand 7. Februar). Die COGS umfassen demnach alle Kosten und Ausgaben rund um die Produktion. Nicht eingerechnet sind Gemeinkosten, Vertrieb und Marketing. Gerade letztere dürften jedoch gering ausfallen, da Tesla seine PR-Abteilung abgeschafft hat*.

Tesla: Sinkende Produktionskosten

Und die Produktionskosten sollen weiter sinken. „Wir glauben, dass unsere aktuellen Projekte, darunter große Gussteile*, strukturelle Batteriepacks, die 4680-Akkuzellen und viele andere uns dabei helfen können, unsere Produktionskosten weiter zu minimieren“, heißt es dazu in Teslas Geschäftsbericht.

Um welches Tesla Model es sich handelt, wird nicht gesagt. Allerdings deutet vor allem der Preis auf ein Tesla Model 3* hin. Auf seinem Heimatmarkt bietet der US-Autobauer das Modell als sein günstigstes Fahrzeug laut Efahrer für rund 44.990 Dollar an, was etwa 39.200 Euro entspricht. Bei Produktionskosten von etwa 36.000 Dollar, würde ein Gewinn von knapp 9000 Dollar (7800 Euro) anfallen. Volkswagen* kann davon nur träumen. So gab VW-Chef Herbert Diess* Mitte 2020 an, dass der Autobauer bei jedem e-Up etwa 5.000 Euro zuschießen müsse.

Alle anderen Tesla-Modelle sind wesentlich teurer. So müssen Käufer für ein Model Y mindestens 60.000 Dollar hinlegen, für ein Model S mindestens 95.000 Dollar. Für das Model X sind sogar mindestens 105.000 Dollar fällig. Wie die Gewinne pro Fahrzeug in diesen Fällen ausfallen, ist allerdings nicht bekannt.

Tesla: Nur Porsche ist profitabler

Eine Einordnung, wo Tesla mit diesem Gewinn pro Fahrzeug steht, geben Berechnungen des Center Automotive Research (CAR)* von Ferdinand Dudenhöffer*, die im August 2020 veröffentlicht wurden und sich rein auf den deutschen Markt beziehen. Dabei wurden die Gewinne aus dem reinen Autogeschäft jeweils durch die Zahl der verkauften Wagen geteilt. Unterschieden wurde auch nicht zwischen Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennermotoren. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Corona*-Pandemie in diesem Zeitraum ihren Anfang nahm.

Demnach ist Porsche*, bezogen auf das erste Halbjahr 2020, mit einem Gewinn von 9853 Euro pro Fahrzeug der profitabelste Autohersteller. Dann folgt bereits Tesla mit 2890 Euro, wobei allerdings die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten an andere Autobauer mit eingerechnet wurden. Die wenigen anderen Autohersteller, die Profite machten, sind GM (780 Euro pro verkauftem Fahrzeug), Skoda* (748 Euro), PSA (707 Euro) und Toyota* (533 Euro).

BMW verliert Geld mit jedem Auto: Produktionskosten sollen um 25 Prozent sinken

Alle anderen Marken verlieren Geld mit jedem verkauften Auto. Bei VW sind es 313 Euro pro Fahrzeug, bei Audi* 559 Euro, bei Mercedes* 599 Euro und bei BMW* sogar 1135 Euro. Die Nobelmarke Bentley ist mit einem Verlust von 19.800 Euro pro Auto negativer Spitzenreiter.

BMW hat darauf bereits reagiert. Mitte letzten Jahres gab der bayerische Autohersteller bekannt, die Produktionskosten drastisch senken zu wollen*, bis 2025 um 25 Prozent. *Merkur.de und 24auto.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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