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Mitten in Chip-Krise: Tesla trickst bei Autoherstellung - Tausende Autos in Deutschland betroffen

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Von: Michelle Brey

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In der Chip-Krise baute Telsa um Elon Musk ein zentrales Autoteil einfach nicht in die Fahrzeuge.
In der Chip-Krise baute Telsa um Elon Musk ein zentrales Autoteil einfach nicht in die Fahrzeuge. © Susan Walsh

Tesla machte 2021 gigantische Gewinne - trotz Chipkrise. Nun stellt sich heraus, dass das Unternehmen von Elon Musk ein zentrales Autoteil einfach nicht einbaute.

München - Unter der globalen Chipkrise und Problemen in der Lieferketten ächzten viele Autobauer - außer Tesla*. Der US-Elektrobauer verdiente 2021 sogar so viel wie noch nie zuvor in einem Geschäftsjahr. Ein Gewinn von 5,5 Milliarden Dollar (4,9 Milliarden Euro) und damit 665 Prozent mehr als im Vorjahr erzielte Tesla laut eigenen Angaben. Im Geschäftsbericht bezeichnete das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk* 2021 gar als das „Jahr des Durchbruchs für Tesla“. Wie der Spiegel berichtete, habe der Autobauer allerdings ein zentrales Teil einfach in etliche Autos nicht eingebaut.

Tesla: Musk-Unternehmen lässt wichtiges Autoteil einfach weg

Aus internen Chatverläufen will das Nachrichtenportal erfahren haben, dass der US-Autobauer eines von zwei Steuergeräten für die Fahrzeuglenkung einfach wegließ. Die Chatverläufe sollen dem Spiegel vorliegen. Seine Kunden habe Tesla davon nicht in Kenntnis gesetzt. Insider hatten gegenüber dem US-Nachrichtenkanal CNBC bestätigt, dass die Maßnahme in die Tat umgesetzt worden war. Betroffen seien Zehntausende Fahrzeuge der Modelle* 3 und Y. Alleine nach Deutschland seien 13.500 Stück geliefert worden. Europaweit belaufe sich die Zahl auf 65.000 Autos. Das schreibt der Spiegel unter Bezugnahme auf ein internes Dokument.

Nicht verbautes Steuergerät: Welche Folgen hat das für Tesla-Kunden?

Für Kunden, die eines der Autos mit einem fehlenden zweiten Steuerteil, erhalten, soll schließlich ein Besuch in der Autowerkstatt notwendig sein. Ein digitales Update, das „over the air“ auf das Auto gespielt werden soll, um autonomes Fahren zu ermöglichen, reicht dann nämlich nicht mehr aus. Wie der Spiegel berichtete, sei das zweite Steuergerät für das „Full Self-Driving“ unumgänglich.

Laut den Chatverläufen sei diese nicht eingebaute Komponente unverzichtbar, um die Sicherheit bei einem selbstfahrenden Auto zu gewährleisten. Konkret wurde in diesem Zusammenhang das Level 3 des autonomen Fahrens genannt, wenn Autofahrer ihre Hände vom Steuer nehmen dürfen. Für dieses Level ist eine Nachrüstung der Tesla-Autos also notwendig. Beim derzeitigen Stand des autonomen Fahrens würde das nicht eingebaute Teil kein Sicherheitsrisiko darstellen.

Wer derweil mit einem Tesla in die Waschanlage fährt, dem droht offenbar ein böses Erwachen.

Tesla-Vorgehen illegal? - „Keine abschließende Einschätzung“ des deutschen Kraftfahrt-Bundesamts

Illegal soll das Vorgehen Vertretern der deutschen Autoindustrie zufolge nicht sein. Auch RDW, die niederländische Zulassungsbehörde, sieht dem Nachrichtenportal zufolge keine Verletzung der Vorschriften. Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt könne „keine abschließende Einschätzung“ diesbezüglich geben, hieß es. Die Flensburger Behörde warte demnach auf eine Stellungnahme von Tesla. Auch das Unternehmen von Elon Musk äußerte sich zunächst nicht zu den Vorgängen.

Erst kürzlich hatte ein Partner von BMW Tesla heftige Vorwürfe gemacht und verspottet. Das ließ der Elon Musk nicht auf sich sitzen. (mbr) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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