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Tesla-Mitarbeiter enthüllt ein Erfolgsrezept - „VW und Audi im Vergleich arg kompliziert“

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Von: Patrick Freiwah

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Elektroauto Tesla Model X: Der US-Hersteller wendet andere Methoden an, wenn es um Fahrzeugreparaturen geht
Elektroauto Tesla Model X: Der US-Hersteller wendet andere Methoden an, wenn es um Fahrzeugreparaturen geht. © John Marshall Mantel/Imago

Es könnte ein Schlüssel zum Erfolg sein: Tesla scheint einiges anders zu machen als Volkswagen und Co. Doch birgt dieses Verfahren nicht nur Vorteile. Wie ist es um die Qualität bestellt?

München - Bei Tesla ist vieles anders, das betrifft auch Reparaturarbeiten: Während bei technischen Problemen mit konventionellen Fahrzeugen in der Regel viel Zeit und Geld drauf gehen, läuft der Bereich Instandhaltung bei dem Elektroauto-Pionier offenbar pragmatischer.

Ein in der FAZ erschienener Erfahrungsbericht schildert als Beispiel die Reparatur eines Tesla Model 3, das „vor noch nicht allzu langer Zeit neu ausgeliefert“ sei. Auf der Website lässt der Elektro-Überflieger wissen: „Falls Ihr Fahrzeug einen Service benötigt, können Sie jederzeit einen Servicetermin über die Tesla App buchen.“ Wenn Karosseriearbeiten oder Unfallschäden zu machen sind, wird mit verbündeten Mehrmarkenbetrieben zusammengearbeitet, bei kleineren Problemen kommen Tesla-Mitarbeiter direkt nach Hause, um das Fahrzeug zu reparieren.

Tesla-Reparatur unkompliziert - Und einfacher als bei VW und Audi?

Ende 2020 gab es in Deutschland elf Tesla-Werkstätten, darüber hinaus wird mit freien Betrieben zusammengearbeitet. Auch weil das Service-Netz noch ausbaufähig ist, werden Tesla-Modelle auch vor Ort gewartet. Während bei VW, BMW und Co. die Kunden in der Regel eine (Vertrags-)Werkstatt aufsuchen, lässt sich bei Tesla per App ein Termin buchen - und eine halbe Stunde vor Ankunft kündigt sich ein Service-Mechaniker an.

Das klingt einfach und geschehe zuverlässig. Vor Ort rücke der Mitarbeiter in einem Tesla mit ausgebauter Rückbank und überschaubarem Werkzeug an, um das mängelbehaftete Fahrzeug wieder auf Vordermann zu bringen. Im Fall des erwähnten Model 3 seien gleich mehrere Reparaturen vorgenommen worden - und das in gerade mal einer Stunde.

In dieser Zeit habe der Tesla-Mechaniker defekte Rücklichter getauscht, die Kofferraumklappe und zwei Türen nachjustiert, die Frontklappe repariert, eine Türleiste getauscht sowie die angefassten Teile gereinigt. „Tesla ist wie Lego“, wird der Tesla-Mann zitiert - zwei der wichtigsten Utensilien seien Messschieber und Gummihammer.

Wie der Bericht ausführt, habe der Angestellte früher bei Volkswagen und Audi gearbeitet. Ihm zufolge seien deren Autos „im Vergleich arg kompliziert konstruiert“. Das klingt nach einem Teil des Erfolgsrezepts, warum der US-Autobauer seit geraumer Zeit auf einer Erfolgswelle schwimmt - und sich der Tesla-Börsenwert in surrealen Höhen befindet.

Tesla-Service überragend - Aber Probleme bei der Qualität

Allerdings täuscht der zuvorkommende Service nicht darüber hinweg, dass es im Hinblick auf Qualität bei den Tesla-Elektroautos offenkundig Mängel gibt: Denn die benannten Missstände des Model 3 nach so kurzer Zeit erscheinen bei einem neuwertigen Fahrzeug von VW, Mercedes oder BMW undenkbar. Genauso wie die Konkurrenz sind jedoch auch Tesla-Fahrzeuge sowohl in der Anschaffung wie im Unterhalt nicht gerade günstig - auch wenn Modelle wie Model 3 (ab 46.000 Euro) oder Model Y (knapp 60.000 Euro) eigentlich auf die Mittelschicht abzielen.

Nichtsdestotrotz konnte Tesla kürzlich einen neuen Absatzrekord vermelden. Im Jahr 2021 verkaufte der US-Hersteller weltweit fast eine Million Elektroautos:

Tesla-Service: Reparaturschäden und Unterhalt kostspielig

In dem FAZ-Bericht wird ein weiteres Beispiel erwähnt, dass die finanzielle Kehrseite beleuchtet: Nach einem vermeintlich harmlosen Rempler mit Lack- und Reifenschaden werden plötzlich horrende Beträge fällig. Für einen „nicht dramatisch aussehenden Schaden“ seien in einer Kfz-Werkstatt 15.000 Euro veranschlagt worden. Ähnliche Erfahrungen gibt es zweifellos auch bei anderen Autoherstellern und sind eine Folge der Ansprüche im Premiumsektor.

Das schlägt sich bei teuren Modellen naturgemäß auch in den Versicherungsprämien nieder, wo Tesla-Modelle und auch nominelle Rivalen aus deutscher Produktion höher veranschlagt sind. Doch im Gegensatz zu 3er-BMW oder Mercedes C-Klasse scheint es für Tesla Nachholbedarf in Sachen Qualität zu geben. Allerdings gibt es die Aussicht auf Besserung: Dem Vernehmen nach sind die in China produzierten Tesla-Modelle qualitativ besser, als die in den USA gefertigten. Eine weitere Qualitätssteigerung soll Tesla durch die neue Tesla-Gigafactory in Grünheide gelingen. (PF)

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