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Tesla wird jetzt deutsch: E-Autopionier plant Betriebsratswahl für Grünheide - und erntet unerwartete Kritik

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Ein Tesla Model Y steht zum Tag der offenen Tür vor dem Werk der Tesla Gigafactory.
Für das Tesla-Werk in Grünheide sollen schon bald die Betriebsratwahlen stattfinden. © Patrick Pleul/dpa/dpa-Zentralbild

Das neue Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin ist auf der Zielgeraden. Nun soll es auch einen Betriebsrat geben. Doch der IG Metall geht das zu schnell.

Frankfurt - Die Betriebsratswahl im deutschen Werk von Tesla soll nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am 28. Februar stattfinden. Diesen Termin habe der Wahlvorstand über das veröffentlichte Wahlausschreiben bekannt gegeben, sagte die Leiterin des IG-Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen, Birgit Dietze, am Donnerstag.

Tesla: IG Metall hält Betriebsratswahl für zu früh

Die Gewerkschaft unterstütze den Aufbau eines Betriebsrates, bekräftigte sie. Doch der Zeitpunkt der Wahl sei aus Sicht der IG Metall zu früh, weil die Belegschaft erst im Aufbau sei. Nach Informationen der Gewerkschaft haben bisher gut 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Arbeitsvertrag bei Tesla unterschrieben. Geplant sind demnach bis zu 12.000 Arbeitsplätze

Kandidieren können nur Beschäftigte, die schon Ende August an Bord waren. Damals seien noch nicht viele Arbeiterinnen und Arbeiter in der Produktion angestellt gewesen. Laut IG Metall sind aktuell die Stellen im oberen und mittleren Management besetzt, einige Beschäftigte in der Produktion seien ebenfalls bereits angestellt worden. Die Belegschaft sei somit „kein reales Abbild dessen, wie wir es bei der Aufnahme der Produktion sehen werden“, sagte Dietze weiter.

Eine Neuwahl des Betriebsrats ist laut Gesetzgeber frühestens zwei Jahre nach der vorherigen Wahl möglich und wird nur dann abgehalten, wenn die Belegschaft um mindestens die Hälfte gewachsen ist. Daher sei es möglich, dass der künftige Betriebsrat die Belegschaft nicht widerspiegele, warnte Dietze erneut. „Für die IG Metall ist es wichtig, dass Betriebsräte die Belegschaft komplett repräsentieren.“

Tesla: Wahltermin sorgt für Kritik

Auch mit Blick auf den Wahltermin gelte es bei der Repräsentanz der gesamten Belegschaft im Betriebsrat bei Tesla genau hinzusehen, warnte die IG Metall: Wäre die Wahl nur einen Tag später angesetzt worden, also am 1. März, hätten demnach auch die zum 1. September neu angestellten Mitarbeiter für den Betriebsrat kandidieren können. Erst nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit dürfen Angestellte laut Betriebsverfassungsgesetz für den Betriebsrat kandidieren.

Die IG Metall hat nach eigenen Angaben ein Büro in der Nähe des entstehenden Tesla-Werks eröffnet. „Wir sind nah dran, wir sind da und wir sind ansprechbar“, sagte Dietze. So unterstütze die Gewerkschaft etwa bei Fragen zu Arbeitsbedingungen, dem Bewerbungsverfahren und auch bei der Wahl des Betriebsrats. Die Entscheidung, ein Büro in der Nähe des neuen Werks zu eröffnen, sei „eine richtige Entscheidung“ gewesen, es bestehe „großes Interesse“.

Derweil siedelt sich offenbar ein weiterer US-Gigant demnächst im deutschen Osten an. Eine bayerische Gemeinde hätte das Nachsehen. (rtr/AFP)

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