1. Startseite
  2. Wirtschaft

Tesla-Werk Berlin-Brandenburg: Alle Infos zur Gigafactory der E-Auto-Marke aus den USA

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Rodungsarbeiten für das zukünftige Tesla Werk: Auf diesem Gelände in Grünheide plant Tesla den Bau einer Gigafactory.
Rodungsarbeiten für das neue Tesla-Werk © picture alliance/Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa

Der Plan nimmt Form an: Das größte Tesla-Werk der Welt entsteht inmitten von Grünheide. Was ist schon bekannt?

Berlin - Brandenburg - Nach Werken in den USA und Schanghai soll das vierte große Tesla-Werk in Berlin-Brandenburg entstehen. Multiunternehmer und Tesla-Chef Elon Musk plant die bisher größte Gigafactory inmitten von Grünheide, nur drei Kilometer Luftlinie von der deutschen Hauptstadt entfernt. Nicht weniger als die „fortschrittlichste Serienproduktionsstätte für Elektrofahrzeuge der Welt“ ist angekündigt. So heißt es in einem vom Unternehmen gestarteten Aufruf, sich zu bewerben.
Die E-Autos von Tesla sollen nicht nur in Deutschland produziert werden: Auch der Entwurf und die Entwicklung neuer Modelle sollen zum Teil von hier aus stattfinden. Es entsteht eine erhebliche Anzahl neuer Arbeitsplätze: Tesla plant mit 10.500 Mitarbeitern im neuen Werk, die im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr Fahrzeuge fertigen sollen. Noch ist nicht klar, ob die Stellen im ebenfalls neuen Design- und Entwicklungszentrum dazuzählen.
Läuft die Produktion wie geplant, muss Tesla die vergleichsweise teuren Elektrofahrzeuge nicht mehr ins Autoland Deutschland importieren und verzollen. Ob dies auch Einfluss auf die Kaufpreise hat, wird sich zeigen.

Das neue Tesla-Werk in Grünheide nahe Berlin – was ist geplant?

Angekündigt ist, dass zu Beginn vor allem das Modell Y, ein Mittelklasse-SUV mit Vierradantrieb, in der Gigafactory Berlin-Brandenburg gebaut wird. Zusammen mit dem Modell 3 sollen es jährlich 150.000 Fahrzeuge sein, die ab Produktionsstart Mitte 2021 nahe Berlin gefertigt werden. Danach ist in Planung, mit dem Bau weiterer Modelle die Produktionskapazität auf bis zu 500.000 E-Autos pro Jahr zu steigern. Das entspräche der geplanten Kapazität des Werks in Schanghai.

Laut den Bauplänen soll in Grünheide ein Werksgelände entstehen mit allem, was es für die Fertigung der modernen E-Autos braucht. Folgende Gebäudeteile sind unter anderem in Planung:

In einer Simulation ist das fertige Tesla-Werk in Berlin-Brandenburg bereits zu sehen. Elon Musk hat ein Bild davon am 15. Juli 2020 getwittert.

Zu sehen ist inmitten der wegen Protesten von Umweltschützern berühmt gewordenen Kiefern ein großer Gebäudekomplex. Vorne befindet sich der Eingang und eine große gläserne Fensterfront in der zweiten Etage ist sichtbar. Darüber ist deutlich ein Solardach zu erkennen. Im großen Hauptgebäude neben der Lobby sollen der Karosseriebau sowie die Endmontage stattfinden. Im Nebengebäude wird die Antriebsfertigung angesiedelt.

Große Investition in Gigafactory – Tesla baut bereits

Darüber hinaus hat Elon Musk im Juli 2020 angekündigt, dass in Zukunft auch die für Elektrofahrzeuge so wichtigen Batterien vor Ort hergestellt werden sollen. Es werde eine „lokale Zellfertigung geben, die den Bedürfnissen dem Berliner Werk gerecht wird“, so der Unternehmer. Was die Zulieferer für wichtige Autoteile angeht, baut Tesla schon lange auf deutsche Unternehmen: Bauteile von Bosch, Brose, ZF, Continental, Elektrobit und sogar Konkurrent Daimler liefern Komponenten. Rund um das neue Werksgelände stellt eine umfangreiche Infrastruktur einen guten Verkehrsanschluss sicher: Straßen und Autobahnen, eine direkte Zugverbindung, der nahe gelegene Flughafen BER und nicht zuletzt Radwege.

Tesla baut bereits – derzeit (Stand: Anfang August 2020) auf eigenes Risiko. Während die abschließende umweltrechtliche Genehmigung noch aussteht, hat Tesla bereits im Mai 2020 die ersten Pfähle gesetzt. Insgesamt soll die Investition ein Gesamtvolumen von rund 1,065 Milliarden Euro haben. Im März 2021 soll das neue Tesla-Werk fertig sein. Mitte 2021 könnten die ersten Fahrzeuge vom Band rollen.

Von Heike Waskow

Auch interessant

Kommentare