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Tesla-Werk schon wieder vor dem Aus - Elon Musk schockt ganz Europa

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Von: Jonas Raab

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Tesla schließt sein Werk in Tilburg „sehr kurzfrstig“. Was bedeutet das Schock-Aus des bisher einzigen Europa-Standorts für die Gigafactory in Grünheide?

Tilburg - Während in Grünheide die Bauarbeiten für Teslas neue Gigafactory selbst ohne endgültige Baugenehmigung auf Hochtouren laufen, steht der einzige andere Europa-Standort des US-amerikanischen Automobilkonzerns vor dem Aus: Elon Musk macht sein Tesla-Werk im niederländischen Tilburg nach nur fünf Jahren wieder dicht.

Tesla will die Montage seiner Elektroautos dort „sehr kurzfristig“ einstellen. Das berichten mehrere niederländische Medien, darunter auch NU.nl. Aus internen Quellen will das Onlineportal erfahren haben, dass bis zu 96 der insgesamt 540 Arbeitsplätze am Tesla-Standort Tilburg gefährdet sind. Die Mitarbeiter seien bereits vergangene Woche darüber informiert worden.

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Tesla macht Europa-Werk dicht: Hat sich Elon Musk verkalkuliert?

Noch rollen im niederländischen Tilburg die Tesla-Modelle S und X vom Band, eine richtige Tesla-Fabrik ist das Werk aber nie gewesen: Die beiden Elektroautos entstehen nämlich nicht wirklich in Holland; sie werden dort lediglich aus in Amerika vorgefertigten und nach Europa verschifften Teilen zusammengebaut. Daneben betrieb Tesla am Standort in Tilburg eine Lackiererei, ein Teilelager, eine Indoor-Teststrecke und ein sogenanntes Remanufacturing Center, in dem gebrauchte Teile wiederaufbereitet werden.

Elon Musks ursprüngliche Idee hinter dem Tilburger Werk: Baut man die S- und X-Modelle, die in Europa an den Mann gehen, erst vor Ort zusammen, spart man sich die Kfz-Einführsteuer und Transportkosten für Gefahrgut wie Batterien. Die Rechnung scheint nun nicht mehr aufzugehen. Die Produktion eines Elektroautos auf zwei Kontinenten ist ein aufwändiges Verfahren - und wahrscheinlich auch der Hauptgrund für die Schließung des Werks in Tilburg, wie mehrere niederländische Medien mutmaßen.

Aus für Tesla-Werk in Europa: Die Kosten waren nicht mehr vertretbar

Tesla selbst begründet den drastischen Schritt mit Facelifts für die in Tilburg zusammengeschraubten Modelle S und X. Welches Facelift, fragt sich der geneigte Tesla-Fahrer. Rein äußerlich tut sich bei den beiden Elektroautos schließlich wenig – lediglich die hinteren Kotflügel beim Model S werden etwas breit. Dafür seien die Veränderungen an der Technik und im Innenraum umso umfangreicher, erklärt Tesla.

Und da tut sich tatsächlich einiges, unter der Haube wie beim Interieur: Beispielsweise ist das Lenkrad im Tesla Modell S schon bald kein Rad mehr. Es wird eckig, einer Schaltzentrale im Flugzeugs ähneln und ein neues, riesiges und vor allem quer eingebautes Display in der Mittelkonsole zur Seite gestellt bekommen. Die Top-Variante des Modell S bekommt mehr als 1.100 PS spendiert – anscheinend zu viel, um sie in Tilburg zu zähmen. Jedenfalls könne die Montage in den Niederlanden nicht mehr zu vertretbaren Kosten erfolgen, erklärt Tesla.

Tesla macht Europa-Werk dicht: Was passiert mit den Angestellten?

In Europa sollen die neuen S- und X-Modelle von Tesla ab November 2021 ausgeliefert werden. Das bedeutet, dass die Montage in Tilburg womöglich schon sehr bald ruht. Ob es für die vom Aus betroffenen Mitarbeiter alternative Arbeitsplätze gibt, werde laut niederländischen Medienberichten derzeit noch geprüft.

Ein Tesla-Fan hat sich unterdessen Wut der eigenen Fangemeinde zugezogen - weil er ein Elektroauto der Konkurrenz in den höchsten Tönen lobt.

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